Hauch von Großstadt in der Bücherei

Letzte Aktualisierung:
grafik_ausbu
Volker Noth beeindruckte die Dürener mit seinem umfangreichen Werk und seiner sympathischen, persönlichen Ausstrahlung.

Düren. In die Stadtbücherei Düren ist ein Hauch von Berlin und eine frische Brise Berlinale-Luft eingezogen: Bis zum 27. März sind dort unter dem Motto „Die Berlinale im Bild” Exponate des Künstlers Volker Noth zu sehen, die zum größten Teil aus der Sammlung des Dürener Papierhistorikers Dr. Heinz Schmidt-Bachem stammen.

Dr. Horst Wallraff, Mitarbeiter der Stadtbücherei, erzählte, wie die Idee zu der Ausstellung geboren wurde. Bei einem Besuch der Sammlung von Schmidt-Bachem fiel Wallraff ein leuchtendes Plakat ins Auge, das Volker Noth entworfen hat. „Das war die Geburtsstunde der Ausstellung ,Berlinale im Bild!”

Ein wirklicher Blickfang sind die Plakate, die Noth durchgängig von 1977 bis 2001 gestaltete. Jedes Jahr musste er sich wieder neu bewerben, und jedes Jahr trug er den Sieg davon, wenn es darum ging, der Berlinale ein Gesicht, eine Außenwirkung zu geben.

Mit Recht, denn seine originellen Einfälle, die er grafisch und farblich als Blickfang umsetzte, erregten Aufsehen, wurden zum Markenzeichen der Berliner Filmfestspiele und waren oft Gegenstand von Diskussionen.

„Ich bin immer von verschiedenen Seiten an die Aufgabe herangegangen, habe mir für das Jahr typische Sachen herausgesucht”, erläuterte Noth, der mit seiner Frau zur Eröffnung der Ausstellung in der Dürener Stadtbücherei aus Berlin angereist war.

Auch Staatssekretär Thomas Rachel, MdB, war bei der Eröffnung mit dabei. Bürgermeister Paul Larue freute sich sehr über das Berliner Flair und die Berliner Gäste.

Aus seinen Einfällen machte Noth grafische „Köder”, die Appetit auf die Filmfestspiele machen. Beim ersten Plakat ist das ganz wörtlich zu nehmen: Es zeigt ein angebissenes Brötchen mit einem Filmstreifen belegt.

Wer einmal angebissen hat, den lassen Filme nicht mehr los. Die Berliner nahmen dieses Plakat zum Anlass, die Berlinale in „Schrippenspiele” umzutaufen, denn die Brötchen heißen „Schrippen” in Berlin.

Als die Berlinale einmal kurzfristig vom Sommer in die Wintermonate verlegt wurde, entwarf Noth ein Plakat mit einer bunt gehäkelten Pudelmütze, die damals total „in” war. Noth liegt besonders das Plakat am Herzen aus dem Jahr, in dem die Mauer fiel und sein Berlinale-Plakat leuchtender Blickfang war.

Dr. Heinz Schmidt-Bachem gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der Berlinale und dankte der Stadtbücherei für die herzliche Aufnahme und Unterstützung beim Aufbau der vielseitigen Ausstellung.

Es gibt dort nicht nur die ins Auge springenden Plakate zu entdecken, sondern in den Vitrinen, an den Treppenaufgängen, in der Kinderbücherei, in allen Winkeln und Ecken der Stadtbücherei sind weitere Exponate zu finden, die Aufschluss über die Entwurfswege der grafischen Werke des Künstlers geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert