Hat Dürener Einbrecher Chance auf milde Strafe verspielt?

Von: Margret Vallot
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Düren. „Was Sie machen, ist ein Tanz auf der Rasierklinge.” Das sagte Richter Dr. Stephan Ebeling am Dienstag mehrfach zu dem Angeklagten (44). Es war als Warnung gemeint.

Denn der Mann hätte eine Tat, die er nach Ansicht der Anklage ganz offensichtlich begangen hat, nur zugeben müssen. Und schon hätten sich seine Chancen auf eine milde Strafe drastisch erhöht. Doch der Angeklagte blieb dabei: „Ich war das nicht.”

Vorgeworfen werden dem Dürener zwei Einbrüche: Am 31. Dezember 2010 soll er zwischen 20 und 20.45 Uhr in ein Haus in Düren eingebrochen sein. Er soll ein Küchenfenster aufgehebelt, die Wohnung durchsucht und nichts Wertvolles gefunden haben. Er soll eine Fußspur im Schnee und weitere Spuren hinterlassen haben. Diese Tat bestreitet der Dürener.

Er bestreitet nicht, dass er am 2. Januar 2011 durch das ausgehebelte Küchenfenster in ein Haus eingestiegen ist und Geld entwendet hat. Zurück blieb auch dort eine Fußspur im Schnee. Der Mann, der ohne Arbeit ist und 20.000 Euro Schulden hat, war bereits wegen Wohnungseinbrüchen und anderer Delikte im Gefängnis. Zwei Jahre und sechs Monate hat er abgesessen und würde als Wiederholungstäter wohl kaum mit einer Bewährungsstrafe rechnen können.

Intensive Befragung

Der Angeklagte behauptete, die erste Tat habe er gar nicht begehen können, weil er nämlich Silvester bei seinen Eltern verbracht habe. Die beiden älteren Leute, 71 und 73 Jahre alt, mussten als Zeugen vor dem Richtertisch Platz nehmen und stellten sich den Fragen des Gerichts. Dabei ging es darum, wie in der Familie jeweils Silvester verbracht wird. Wie das 2009, wie 2010 und 2011 abgelaufen ist? Wann war der Sohn dabei, wann nicht? Was hat man Silvester gegessen, und was vor und nach dem Essen zusammen gemacht?

Die Befragung war äußerst anstrengend für die Senioren, die auch öfter mal durcheinander kamen. Bevor ein Urteil gesprochen wird, erhofft sich das Gericht noch Erkenntnisse durch die Vernehmung eines Gutachters, der einiges zu den hinterlassenen Spuren mitteilen soll. Die Verhandlung wird am 8. Mai um 14 Uhr im Amtsgericht fortgesetzt.
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