Hürtgenwald - Hartz IV: Hürtgenwald droht Düren mit Schwimmbad-Schließung

Hartz IV: Hürtgenwald droht Düren mit Schwimmbad-Schließung

Von: Margret Vallot
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Hürtgenwald. Schwere Vorwürfe hat der Haupt- und Finanzausschuss von Hürtgenwald gegenüber dem Rat der Stadt Düren erhoben. Pikant: In beiden Gremien hat die CDU die Mehrheit. Geht es nach den Politikern von Hürtgenwald, wird man sich mit den Parteifreunden vor Gericht treffen.

Düren und Hürtgenwald streiten sich wegen der Betreuung der Langzeitarbeitslosen. In Düren wohnen rund 60 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger des Kreises. Entsprechend muss die Stadt sehr viel mehr Geld für die Bedürftigen bezahlen als zum Beispiel Hürtgenwald mit seinen relativ wenigen Langzeitarbeitslosen.

In Düren ist man darüber verärgert und fordert, dass die Kommunen des Kreises der Stadt mit 2,5 Millionen Euro dabei helfen, die Belastungen durch Langzeitarbeitslose zu tragen. Das genau will Hürtgenwald - und wie man hört nicht nur diese Kommune - partout nicht mitmachen, denn aus der Eifelgemeinde müssten 335.000 Euro pro Jahr mehr als zuvor in Richtung Düren fließen.

Im Ausschuss konnte CDU-Fraktionschef Professor Dr. Reinhard Odoj unwidersprochen gegen Düren wettern. Man fühle sich „von Düren erpresst”, weil juristische Schritte angedroht wurden. Die Stadt habe Geld, so Odoj, für ein neues Museum samt Eröffnungsfest, habe Geld „für einen Neujahrsempfang und die Pflege gleich mehrerer Städtepartnerschaften”.

Odoj rechnete vor: Die Schwimmhalle in Vossenack koste die Gemeinde pro Jahr 150.000 Euro. Wenn Hürtgenwald wegen Düren tatsächlich 335.000 Euro mehr an den Kreis zahlen müsse, „müssen wir die Schwimmhalle zumachen”. Und nicht nur die.

Von Hürtgenwald „wird verlangt, dass wir einen Reichen reicher machen”. Düren sei „gar nicht so arm”, schimpfte der CDU-Fraktionschef. Und zählte auf, wie eigennützig Düren den Begriff Solidarität immer ins Spiel bringe.

Alte Geschichten wurden ausgegraben, wo man beim Gewerbegebiet auf die Solidarität der Stadt Düren gesetzt habe und brüsk abgewiesen worden sei. „Die Stadt Düren spricht gern von der Solidargemeinschaft, aber wenn sie selbst solidarisch sein soll, ist es aus.” Großes Kopfnicken bei den Politikern aller Fraktionen und bei der Verwaltung.

Einstimmig wurde schließlich ein Protest formuliert. Darin steht sinngemäß, dass von Düren erwartet wird, auch mal eine Benachteiligung in Kauf zu nehmen. Der Kreis wird aufgefordert, an die kleinen Kommunen zu denken und ihnen nicht noch mehr Lasten aufzubürden.

Bürgermeister Paul Larue hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Zentrumsstadt Aufgaben übernimmt, die auch den Kreiskommunen zugute kommen. Genannt werden dann beispielsweise Musikschule, Heimunterbringung, Stadtbibliothek, Gymnasien, Realschulen und das Leopold-Hoesch-Museum, deren Glanz auf den gesamten Kreis fällt und nicht allein auf Düren.
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