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Happy-End für Bilder, die eine neue Heimat finden

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Freuen sich, dass die Wandbehänge aus Pier in St. Bonifatius eine neue Heimat gefunden haben: Gert Berbuir und Heinrich Hempsch (v. l.) vor dem Tuch, das die Auferstehung zeigt. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Als sich das vier mal zehn Meter große Tuch schließlich in die Höhe hebt, ist das für Matthias Hahn ein glücklicher Moment. Der Wandbehang aus schlichtem Sackleinen, der in Wachs-Ölfarben die Auferstehung Christi zeigt, hat für den ehemals in Pier ansässigen Hahn eine besondere Bedeutung. Für ihn, wie für viele andere ehemalige Pierer auch, ist er ein Zeugnis des Glaubens.

Lange haben dieser Wandbehang und vier weitere Kunstwerke des Kirchenmalers und Graphikers Heribert Reul die Mitglieder der Gemeinde Pier begleitet. In den Jahren 1956 bis 1962 hat Reul sie für die Pierer Pfarrkirche geschaffen, ein Fastentuch in der Größe drei mal drei Meter, ein Auferstehungsbildnis, ein Pfingsttuch, sowie Wandbehänge zur Advents- und Weihnachtszeit (jeweils zehn mal vier Meter groß). Matthias Hahn hat seine Zeit als Messdiener im Angesicht der Tuche zugebracht.

Staubige Zukunft drohte

Da Pier dem Tagebau weichen muss, drohte den Kunstwerken mit dem Abriß der Kirche eine staubige Zukunft in einem Kellergewölbe. Ein Gedanke, mit dem sich Hahn nicht wirklich anfreunden konnte, eine neue Verwendung für die christlichen Bildnisse musste her. Bei einer Beerdigung auf dem Dürener Hauptfriedhof kam ihm dann der Gedanke, die Bilder St. Bonifatius zur Verfügung zu stellen.

Pfarrer Josef Wolff hatte sofort ein offenes Ohr für den ehemaligen Pierer, so dass die liturgischen Wandbehänge nun in St. Bonifatius eine neue Heimat gefunden haben. Ein Happy-End für eine Geschichte, die etwas Österliches hat, wie Pfarrer Wolff findet: „Aus einem sterbenden Kirchengebäude kommt etwas in einer anderen Kirche zu neuem Leben...”

Bürokratische Hürden

Bis es allerdings so weit war, dass man die Wandbehänge auch wirklich in St. Bonifatius aufhängen konnte, mussten bürokratische Hürden genommen werden, beispielsweise ein Vertrag über die Dauerleihgabe der Kunstwerke an die Gemeinde St. Lukas aufgestellt werden. Zudem musste in der Dürener Kirche ein kleiner Seilzug installiert werden. Zwei Jahre dauerte es bis alle Formalitäten geklärt waren, in der Woche vor Ostern konnten die Besucher von St. Bonifatius nun schon einen ersten Eindruck gewinnen.

Am Wochenende wurde der Wandbehang durch eine Darstellung der Auferstehung ersetzt. Zusammen mit Pfarrer Josef Wolff, Kirchenvorstandsmitglied Gert Berbuir und Heinrich Hempsch vom Gemeindeausschuss zog Matthias Hahn das riesige Tuch in die Höhe. „Es freut mich, dass die alten Wandbehänge jetzt eine Wiederverwendung gefunden haben,” sagte er, während der Seilzug langsam seine Arbeit verrichtete.
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