Hanns-Josef Ortheil stellt auf Schloss Burgau seinen neuen Roman vor

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Der Autor Hanns Josef Ortheil (Mitte) wurde von Bürgermeister Paul Larue (links) und Prof. Dr. Michael Braun auf Schloss Burgau begrüßt.

Düren. Im gut gefüllten Winkelsaal von Schloss Burgau konnte der Vorsitzende des Kunstfördervereins Kreis Düren, Dr. Hans-Joachim Güttler, den renommierten Autor und Träger vieler Literaturpreise Hanns Josef Ortheil begrüßen. Der 1951 in Köln geborene Schriftsteller zählt zu den erstaunlichsten Autoren der deutschen Literatur.

Vielfarbig und erzählfreudig ist sein Werk, in dem es immer wieder um die eigene Familiengeschichte, um Italiensehnsucht und um Themen der Zeitgeschichte geht. So auch in seinem jüngsten Roman „Das Kind, das nicht fragte“, aus dem der Autor las.

Varianten der eigenen Biografie

Als „Rom-Freund und Rheinländer“ würdigte Bürgermeister Paul Larue den Autor in seinem Grußwort. Der Leiter des neu gegründeten Arbeitskreises Literatur im Kunstförderverein, Prof. Dr. Michael Braun, Literaturreferent der Konrad-Adenauer-Stiftung und Germanist an der Universität zu Köln, führte kurz in Ortheils Werke ein: „Seine Romane erproben immer wieder Varianten der eigenen Biografie“.

Ortheils Mutter hatte die vier älteren Brüder bei Kriegsende verloren und wurde darüber sprachlos, der jüngste Sohn erlernte, bevor er sprechen konnte, das Lesen und Schreiben. Hanns-Josef Ortheil erläuterte, wie es zu dem neuen Roman kam. Der Autor besuchte das sizilianische Dorf Modice, aus dem die Kunst der Dolci und Desserts nach Europa kam.

Er erfand sich einen Kölner Ethnologen namens Benjamin Merz, der Land und Leute studieren will und dabei immer mehr zum unfreiwilligen Hochstapler wird. Bevormundet durch seine älteren Brüder, die ihn mit Ratschlägen aus der Ferne nerven, lernt Merz das rechte Zuhören und aufmerksame Fragen. Auch bei einer Beicht-Szene, die Hanns-Josef Ortheil mit feinem Sinn für die Rituale des Katholizismus vortrug.

Faszinierende Kommentare

Besonders faszinierend waren die Kommentare des Autors, der die Zuhörer ermunterte, über ihre eigenen Familiengeschichten nachzudenken. Er erkenne es meistens sogleich, wenn er mit „Jüngstgeborenen“ spreche, weil diese eine genauere Beobachtungsgabe hätten. Auch was an den Dolci so delikat ist, wusste der Autor seinen Zuhörern schmackhaft zu machen.

In dem Buch „Die Insel der Dolci“ hat er, mit Fotos seiner Tochter Lotta Ortheil, den sizilianischen Delikatessen ausgiebig Rechnung getragen. Der Kunstförderverein kündigt für seine nächste Lesung mit John von Düffel einen weiteren Erzählkünstler an.

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