Kreuzau - Häusliche Gewalt: Der Tag, als der „König” gefesselt wurde

Häusliche Gewalt: Der Tag, als der „König” gefesselt wurde

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Kreuzau. Ein typischer Fall von häuslicher Gewalt hat die Beamten der Polizeiwache Kreuzau am Sonntagabend beschäftigt. Gegen 18.30 Uhr hatte eine 33-jährige Gemeindebewohnerin die Polizei um Hilfe gebeten.

Als die Beamten wenig später am Einsatzort eintrafen, wartete die Anruferin mit ihrer kleinen Tochter auf dem Arm auf der Straße. Wie die Frau mitteilte, hatte sie sich nur leicht bekleidet mit dem Kind auf die Straße geflüchtet, weil ihr Ehemann mal wieder betrunken sei und alles kurz und klein schlage. Dabei habe er auch sie nicht verschont.

Als die Beamten den Aggressor zur Rede stellen wollten, erschien dieser brüllend und fuchtelnd am Hauseingang. „Ich bin hier der König”, waren seine Worte, und der Koloss von Mann bedeutete den Polizisten unüberhörbar und aggressionsbereit, dass er nicht willig sei, ein kooperatives Gespräch zu führen.

Demonstrativ stellte sich das Kraftpaket, dem es immerhin gelungen war seine nächsten Angehörigen nachhaltig zu verängstigen, breitbeinig in den Türrahmen und ließ durch bedrohliche Zurufe keinen Zweifel daran, was er von seiner Frau und den Polizeibeamten hielt.

Um die Geschichte abzukürzen: Der Grobian wurde kurz entschlossen unter Einsatz professioneller Grifftechniken in Gewahrsam genommen, obwohl er Widerstand leistete.

In Fesseln musste der stark alkoholisierte 33-Jährige, der auch einiges an Inventar in dem ansonsten gepflegten Haushalt zerschlagen hatte, zur Wache gebracht werden. Dort verweigerte er einen Alcotest, musste dann allerdings eine Blutentnahme über sich ergehen lassen, denn den Feststellungen nach soll sein Tageskonsum bei bis zu 14 Flaschen Wein gelegen haben.

Entlassen wurde er erst wieder nach seiner Ausnüchterung, allerdings mit einem Rückkehrverbot, so dass er zunächst zehn Tage lang den gemeinsamen Haushalt nicht mehr aufsuchen darf. Dies wird polizeilich überwacht.

In dieser Zeit hat seine Ehefrau die Gelegenheit, die gemeinsame Zukunft zu überdenken und Hilfs- und Beratungsangebote anzunehmen, denn ihren glaubhaften Berichten zufolge ist die gewaltige Trunksucht ihres Mannes Mitauslöser für ein durch sie bereits Jahre lang erlittenes Martyrium.

Betroffen waren die eingesetzten Polizisten auch ob der nach außen hin nicht wahrnehmbaren Emotionen eines kleinen Mädchens, das sicherlich mehr als nur einmal unschuldiger Zeuge von Gewalt in der Familie geworden war.

Polizeibeamte im Kreis Düren müssen jährlich mehr als 500 Mal in Fällen häuslicher Gewalt einschreiten.
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