Grundstock für „trockene” Trauerfeiern

Von: Dietmar Engels
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Schirme werden bei Trauerfeier
Schirme werden bei Trauerfeiern auf dem Evangelischen Friedhof nicht mehr benötigt. Für den Bau der Trauerhalle überreichteUwe Willner von der Sparkassen-Stiftung (2.v.r.) 12 000 Euro, wofür die Presbyterin Ute Hoffman, Pfarrer Dirk Siedler und Pfarrerin Susanne Rössler (v.l.) herzlich dankten. Foto: Dietmar Engels

Düren. Bisher gibt es auf dem Evangelischen Friedhof in der Kölnstraße keinen überdachten Raum. Trauerfeiern müssen deshalb unter freiem Himmel oder aber in der recht weit entfernten Christuskirche stattfinden. Das soll sich bald ändern.

Die Evangelische Gemeinde plant unmittelbar neben dem Friedhof eine Trauerhalle und ein so genanntes Columbarium (eine Urnenbegräbnisstätte). Noch hat die Gemeinde allerdings das Geld dafür noch nicht beisammen - bei weitem nicht.

Seit Freitag ist man einen Schritt weiter, denn die Kultur- und Naturstiftung der Sparkasse Düren fördert das Vorhaben mit 12.000 Euro. Uwe Willner, Mitglied des Vorstandes und Vorsitzender des Stiftungsrates, überreichte „vor Ort” einen entsprechenden Scheck - auch im Namen von Landrat Wolfgang Spelthahn, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung.

Der Evangelische Friedhof ist ein Ort der Stille mitten in der Stadt. Er steht insgesamt unter Denkmalschutz, was jeder sofort versteht, der die Trauerstätte besucht: Ein wunderschöner Park, viele kunstvolle Grabdenkmäler, die von einem Förderverein in Stand gehalten werden. Auch die Begrenzungsmauer zum Nachbargrundstück steht unter Denkmalschutz. Sie muss aber dringend saniert werden, damit sie erhalten bleibt.

Die Mauer wird an einer Stelle durchbrochen, um eine direkte Wegverbindung zwischen der geplanten Trauerhalle und dem Friedhof zu schaffen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten bezifferte Pfarrer Dr. Dirk Chr. Siedler, Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde, am Freitag auf rund 600.000 Euro.

Bürgermeister Paul Larue und der (katholische) Regionaldekan Hans-Otto von Danwitz unterstützen die Spendenaufrufe der Evangelischen Gemeinde. 24.443 Euro von über 400 Spenderinnen und Spendern kamen bisher zusammen - 60.000 Euro müssten es am Ende schon sein...

Auf dem Friedhof in der Kölnstraße finden übrigens nicht nur evangelische Christen ihre letzte Ruhe. Er ist überkonfessionell und religionsübergreifend. Rund 100 Grabstätten sind zur Zeit frei.

Früher gab es auf dem Friedhof ein kleine Kapelle, die aber im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Als das Nachbargrundstück zum Verkauf stand, hat die Evangelische Gemeinde zugegriffen. Die Disco, die dort betrieben wurde, ist inzwischen abgerissen.

Mit den Investitionen soll auch erreicht werden, dass der Friedhof langfristig wieder kostendeckend betrieben werden und damit dauerhaft als lebendiges Denkmal für die Stadt Düren erhalten bleiben kann.

Die geplante Trauerhalle wird durch eine Toilettenanlage ergänzt, die den Friedhofsbesuchern auch unabhängig von Trauerfeiern zur Verfügung stehen wird.

Es soll ferner eine transportable „Truhenorgel” angeschafft werden, damit Trauerfeiern ansprechend musikalisch gestaltet werden können. So ein Instrument kostet etwa 20.000 Euro. Bisher hat der Förderkreis „Musik in der Christuskirche” 4439 Euro an Spenden für die Orgel bekommen.

Nicht zuletzt wird natürlich auch Geld für die angemessene Inneneinrichtung der Trauerhalle benötigt.
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