Großhau: „Krimicops“ unterhalten mit spannenden Geschichten

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Düsseldorfer „Krimicops“ Carsten Rösler, Ingo Hoffmann und Klaus Stickelbroeck (von links) begeisterten in Großhau die Zuhörer mit ihrem Witz und ihren spannenden Geschichten. Foto: Gudrun Klinkhammer

Großhau. Düsseldorfer genießen meist keinen guten Ruf – zumindest aus Sicht der Kölner. Sie gelten als arrogant, snobistisch, lassen in ihrem Megadorf merkwürdige Architektur zu und ihr Fußballverein Fortuna 95 kickt auch nicht oben mit.

Dass echte Düsseldorfer im echten Leben in der Regel völlig angenehme und vor allem sehr unterhaltsame Zeitgenossen sind, bewiesen am Freitagabend die „Krimicops“ im Dorfgemeinschaftshaus in Großhau.

Mit sämtlichen Vorurteilen räumten die Ordnungshüter in Sekundenschnelle auf, feuerten zielsicher Pointen ab und fesselten die Besucher im ausverkauften Saal mit ihrem einmaligen, rheinischen Humor. Bruder Wolfgang Maurik – der Franziskaner stammtselbst aus dem Düsseldorfer Vorort Meerbusch – begrüßte unter den Anwesenden auch Bürgermeister Axel Buch. Buch ist Vorsitzender des Vereins „Höhen Art“, dem auch Bruder Wolfgang, Karin Ronig, Svenja Ronig, Rene Ronig und Bruno Linzenich angehören.

Zum ersten Mal rief der Verein in diesem Herbst die „Höhen-Krimi-Tage“ aus – mit sehr großem Erfolg, wie Bruder Wolfgang in seiner Ansprache berichtete. Krimiautor Rudi Jagusch las vor vollbesetzten Reihen im Kloster-Kultur-Keller in Vossenack. Bühnenhörspieler Wolfgang Rosen gastierte ebenfalls im Kloster-Keller und Ralf Kramp, Autor und Verleger, begeisterte rund 80 Schüler mit seinen raffinierten Ideen und seiner blumigen Sprache in der Aula des Franziskus-Gymnasiums in Vossenack.

Aber zurück zu den „Krimicops“. Carsten Rösler, Klaus Stickelbroeck und Ingo Hoffmann gehören der sechsköpfigen Düsseldorfer Polizisten-Gang an, die sich irgendwann nach Dienstschluss hinsetzte und begann, Erlebtes in einer Art Kettenbrief aufzuschreiben.

Klaus Stickelbroeck berichtete den verblüfften Zuhörern: „Wir schrieben und schrieben und irgendwann war der Mörder gefasst und unser erster Krimi lag vor.“ Inzwischen liegen vier Kriminalromane aus der Feder der „Bullen“ aus der Landeshauptstadt vor, der Fünfte ist in der Mache.

Klaus Stickelbroeck beschrieb den Protagonisten, Kriminalhauptkommissar Pit „Struller“ Struhlmann, so: „Struller hat schon alles verhaftet, was auf dieser Erde rumläuft, vom Senior bis zum Ungeborenen. Er erkennt seine Schweine am Gang, ist ein ganz cooler Hund.“

Begleitet wird Struller von Praktikant Jensen, noch grün hinter den Ohren, aber stets von großer Neugierde getrieben. Nachdem die Cops einen Schwank aus ihrer neuen Kurzgeschichte „Stöhnen in Böhnen“ vorgetragen hatten, zückten sie ihren Krimi „Bluthunde“, um daraus zu lesen.

Im Düsseldorfer Hafen wird in einer Parkhalle eine riesige Blutlache ausgemacht, aber es fehlt die Leiche. Struller ist zunächst ratlos und funkt seinen Praktikanten an einem Sonntag aus dem Bett mit den Worten: „Der Sonntag gehört dienstlich zum Montag.“ Einige Zeilen weiter taucht eine Leiche in einem Müllwagen auf.

Der Düsseldorfer Müllwagenfahrer konstatiert nach dem unfeinen Fund noch leicht benommen: „Das ist nicht die erste Leiche, die wir finden. Es wird viel weggeworfen.“ Da die Spurensicherung auf sich warten lässt, geht Struller, der bei den Frauen bekannt ist wie ein bunter Hund, individuelle Ermittlerwege.

Die Zuhörer in Großhau bogen sich vor Lachen auf den Stühlen, die Cops hatten nach knapp zwei Stunden Programm ihr Publikum dingfest gemacht.

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