Großes Dorfpanorama in der Müddersheimer Kirche

Von: BEATE WEILER-PRANTER
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Helmut Stupp, Ezzat Moussa und Baron Antonius von Geyr (von links) vor dem gemalten Müddersheimer Panorama. Foto: Beate Weiler-Pranter

Müddersheim. Das Krippenbauteam der Pfarrgemeinden Sankt Amandus Müddersheim rund um Helmut Stupp hat derzeit alle Hände voll zu tun. Wie in den Jahren zuvor, werden die etwa 70 Zentimeter hohen Krippenfiguren vor dem rechten Seitenaltar aufgebaut. Doch diesmal deckt ein 3,70 mal 3,30 Meter großes Hintergrundbild den Altar völlig ab und bildet so die Kulisse für das biblische Geschehen.

„Mit Liebe und Herz“

Fast 200 Stunden zeichnete und malte Ezzat Moussa an dem riesigen Szenario – „mit Liebe und Herz“, wie der Zülpicher Künstler sagt. Im Frühjahr 2012 war der ehemalige Architekt, der bereits im Euskirchener Raum acht Kirchen und Kapellen weihnachtlich ausstaffiert hat, angesprochen worden, ob er nicht auch für die Müddersheimer Kirche eins seiner großflächigen Panorama-Bilder fertigen könne.

„Es war eine große Herausforderung“, beschreibt Ezzat Moussa die zeitaufwändige Arbeit. Bei seinen vorherigen Aufträgen hatte der Ägypter orientalisch wirkende Fantasielandschaften abgebildet. Doch nun wünschte sich Baron Antonius von Geyr, Vorsitzender des Förderkreises St. Amandus e.V., dass der historische Ort Müddersheim den Hintergrund für die Krippe prägt.

Zuerst ein Modell

Mit der Akribie eines Architekten entwarf Ezzat Moussa zunächst ein Modell. Dann baute der Dürener Schreiner Krzysztof Gajda nach Moussas Plänen den hölzernen Rahmen für das überdimensionale Bild, dessen Seitenteile dank spezieller Scharniere wie ein Flügelaltar angewinkelt werden können. Anschließend übertrug Ezzat Moussa mit der Farbenfreude eines Künstlers die Fotovorlagen auf den Prospekt. Die passenden Acrylfarben wurden ihm von den Auftragebern zur Verfügung gestellt. Seine Motive sind alles denkmalgeschützte Gebäude aus dem Ort: Pfarrkirche und Burg, sowie Gutshöfe und Fachwerkhäuser. Auch Bachlauf, Wald und Wiesen finden sich wieder.

Über diesem Müddersheimer Panorama prangt ein nachtblaues Himmelsrund mit dem verheißenden Kometen – umrahmt von 22 Sternen, die aus dem hölzernen Aufsatz ausgeschnitten wurden und indirekt leuchten.

Inmitten dieser „Guckkastenbühne“ steht dieses Jahr erstmals ein neu gebauter Stall von Bethlehem. Eine offene, 1,70 mal 1,10 Meter große Fachwerkkonstruktion aus schlanken Birkenstämmen, die der Heiligen Familie, Esel und Ochs Zuflucht bietet. Durch die transparente Bauweise sei stets der Blick auf das Hintergrundmotiv frei, freuen sich die Organisatoren. „Unsere Krippe ist sehr alt und sehr schön. Doch wir wollten etwas Neues, um zu zeigen, dass die Kirche lebendig ist!“, erläutert Antonius von Geyr. Und so hat der Förderkreis St. Amandus e.V. ebenfalls beschlossen, die über 100 Jahre alten Krippenfiguren Schritt für Schritt restaurieren zu lassen.

Zwei Figuren restauriert

Zwei Figuren machten den Anfang: „Der einen fehlte eine Hand, der anderen ein halber Fuß.“ Um im Laufe der Zeit alle Figuren mit frischer Farbe überarbeiten zu können, hofft der Förderkreis St. Amandus auf Spenden aus der Bevölkerung.

Für sein zeitintensives Werk wollte Ezzat Moussa übrigens kein Honorar: „Meine Freude ist die Freude der anderen. Das ist unbezahlbar!“

Bei einem festlichen Orgelkonzert am kommenden Sonntag, dem vierten Advent, um 17.00 Uhr, können die Müddersheimer ihre neu gestaltete Krippe zum ersten Mal bestaunen. Der Eintritt ist frei.

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