Große Hitze, zerstörte Straßen und hilflose Menschen

Von: kin
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Christian Ehser vom Deutschen Roten Kreuz Schlich, hier mit einheimischen Helfern aus Haiti, war fünf Wochen im Erdbebengebiet in der Nähe von Port-au-Prince im Einsatz.

Langerwehe. Fünf Wochen war Christian Ehser (21) vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Schlich als Helfer im Erdbebengebiet von Haiti unterwegs, jetzt konnte DRK-Bereitschaftsleiter Peter Schmitz den jungen Mann am Frankfurter Flughafen wieder in die Arme schließen.

Christian Ehser hat als Techniker im DRK- Feldhospital in Carrefour, zehn Kilometer von der Haitianische Hauptstadt Port au Prince entfernt, gearbeitet.

Das Krankenhaus ist im Fußballstadion von Carrefour in Form eines Zeltlagers eingerichtet. Bis Ende März wurden in der Behelfsklinik schon rund 13000 ambulante und 4300 stationäre Patienten versorgt. Zusätzlich fanden 485 Operationen und 320 Geburten statt. Aus dem DRK-Kreisverband Düren war neben Christian Ehser noch Mario Lennartz in der Feldklinik eingesetzt. Christian Ehser beschreibt seine Zeit in Haiti als „sehr anstrengend und arbeitsreich”.

Ehser: „Es war unerträglich heiß draußen und wir kamen nur im Schneckentempo vorwärts, denn die Straßen waren verstopft und zerstört. Als wir dann im Fußballstadion von Carrefour ankamen, wurden uns die Prioritäten unserer Arbeit sehr schnell klar - unser Krankenhaus muss für die Regenzeit präpariert werden!”

Es wurden Drainagen gelegt und ein Abwassersystem entwickelt. Außerdem, berichtet Christian Ehser, habe man dabei helfen müssen, dass das Krankenaus wieder mit Strom und Trinkwasser versorgt werden konnte. Und es wurde der Schreinerei- und Hausmeisterservice unterstützt. „Dort werden Regale, Mülleimer, Zäune, Latrinen und überhaupt all das gebaut, was es nicht auf dem lokalen Markt gibt.”

Dabei, so Ehser, seien auch die Menschen aus Haiti wirklich sehr einsatzfreudig und hilfsbereit. Obwohl viele von ihnen selbst alles verloren haben, arbeiten sie mit. „Manche haben nur noch eine Plane, aus der sie sich eine Unterkunft gebaut haben.”

Besonders, so Ehser, hätten die freiwilligen Helfer unter der permanenten Hitze gelitten. „Gerade für alle Rotkreuzler mit hellem Hauttyp bleiben da Sonnenbrände trotz Sonnenschutz nicht aus.” Zusätzlich heizen sich die Zelte, die einzige Schattenspender, die es gibt, tagsüber stark auf - manchmal bis zu 70 Grad.

Unter der Hitze haben aber auch die Maschinen gelitten: Kühlschränke mussten von außen mit Ventilatoren zusätzlich gekühlt werden, um störungsfrei laufen zu können und der feine Staub von den Aufräumarbeiten und den täglichen Müllverbrennungsfeuern auf den Straßen belastet nahezu alle technischen Geräte.

Die Stimmung im Team, so Ehser weiter, sei großartig gewesen. „Alle waren sehr glücklich, mit Rotkreuzlern aus aller Welt und den Haitianern an einem Strang ziehen zu können. Wir durften erleben, wie viele Menschen unser Krankenhaus mit einem Lächeln verlassen haben. Einen schöneren Dank kann es nicht geben.”
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