„Grammatik des Judo“ verlangt Aktiven viel ab

Von: Hannes Schmitz
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Vor den Augen gestrenger Wertungsrichter zeigten die Teilnehmer der Westdeutschen Kata-Meisterschaften Sport auf hohem Niveau in der Kreuzauer Sporthalle. Foto: Hannes Schmitz
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Die Kreuzauer Budo-Sportler kamen zwar nicht auf vordere Plätze, richteten aber die Meisterschaft hervorragend aus. Foto: Hannes Schmitz

Kreuzau. Auf den ersten Blick war es verwirrend, was sich in der Kreuzauer Sporthalle abspielte. Auf zwei Matten standen Paare in weißen Judo-Anzügen mit blauer Schrift, die von Gürteln unterschiedlicher Farben festgehalten wurden.

Nach Vorbereitungen und Verbeugungen vor einer Reihe von Wertungsrichtern begann ein sportliches Schauspiel, das von kurzen Aufschreien begleitet wurde, aber auch durch einen fast erhabenen Ablauf faszinierte.

„Kämpfer“ standen sich gegenüber, die nicht kämpften, sondern Boden-, Wurf- und Selbstverteidigungstechniken beinahe zelebrierten. Was für den Laien undurchschaubar wirkte, war für die Sportler in der Halle und den Turnclub Kreuzau ein großer Moment. Die Gemeinde wurde zum Austragungsort der Westdeutschen Kata- Meisterschaften.

Ein hochkarätiges Turnier, wie Armin Brings und Helmut Titz von der Ju-Jutsu/Judo-Abteilung des Vereins erläuterten, die im Vorfeld mit ihren Helfern alle Hände voll zu tun hatten, um das Sportereignis zu organisieren. Alles klappte bestens, Klagen gab es keine, sondern nur Lob von allen Seiten. Allerdings schafften es die Kreuzauer Teilnehmer nicht, sportliche Meriten zu erwerben. Sie waren glänzende Gastgeber, die Pokale holten andere in diesem nach Ansicht von Fachleuten hochkarätigem Turnier.

Rund sieben Monate hatten sich die Kreuzauer Martin Dürbaum und Armin Brings auf die Disziplin „Katame-no-Kata“ vorbereitet, vielen Arten der Bodentechniken geübt und den Ablauf geprobt. Mit Markus Megels versuchte Armin Brings, der als Trainer der Budo-Sportler fungiert, sein Glück auch in der „Goshin–Jutsu-no-kata“, das insbesondere Selbstverteidigungstechniken und Strategien beinhaltet.

Atemraubende Wurftechniken

Als drittes Gastgeber-Paar starteten Stefan Pingen und Christian Hoheiser in der Kategorie „Nage–no-kata“ und demonstrierten auf der Matte atemberaubende Wurftechniken. Der große Wurf gelang den heimischen Judokas zwar nicht, aber traurig war auch niemand darüber, keine Podestplätze erreicht zu haben, wo Kreuzaus stellvertretende Bürgermeisterin Helga Maier Pokale und Urkunden überreichte. Für die Turnclubmitglieder war die Teilnahme wichtig und die Möglichkeit, durchs Zuschauen weiter zu lernen. Am Trainingseifer wird sich auch nichts ändern.

Zwei- bis dreimal die Woche legten sie sich in der Vorbereitungszeit gegenseitig aufs Kreuz oder besuchten an Wochenenden Lehrgänge. Ein Kata-Wettbewerb, ein Formenkampf, verlangt viel von den Sportlern. Er gilt, so Armin Brings, als „die Grammatik des Judo“. Grundvoraussetzung werden erlernt, entwickelt und, soweit es geht, perfektioniert. Im Grunde genommen ist es, sagt Armin Brings, der den dritten Dan schon erworben hat und weitere Dan-Prüfungen anstrebt, mit Sportarten zu vergleichen, die aus Pflicht und Kür bestehen – auf seine Sportart übertragen „Kata und Shiai“, „Darstellung“ und „freier Kampf“. Und bei der Bewertung wäre es wie beim Tanzsport, meinte er schmunzelnd, da gibt es erst zum Schluss die Note.

52 Paare nahmen an der Westdeutschen teil, darunter auch 20 Frauen, die den Männern nicht nachstanden. Die sportliche Qualität der Veranstaltung war hoch, da das Kreuzauer Turnier, auf dem hochgraduierte Wertungsrichter die Judoka nach Dynamik, Ausdruck und Korrektheit der Techniken bewerteten, gleichzeitig als Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaften zählte. Für die Kreuzauer Sportler noch ein fernes Ziel. Allerdings hat sich der Verein mit der Ausrichtung verschiedener Meisterschaften einen Namen gemacht und wurde so Ausrichter der Westdeutschen Meisterschaft. Auch ein Erfolg für den Turnclub Kreuzau.

Wer Interesse an der Sportart hat: Die Trainingsabend sind montags, mittwochs und freitags ab 17 Uhr in der Kreuzauer Sporthalle.

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