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Goldfische lösen Großeinsatz aus

Von: Bert van Londen
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Betreten strengstens verboten
Betreten strengstens verboten - das hielt einen Tierbesitzer jedoch nicht davon ab, mit dem Aussetzen seiner Goldfische eine Katastrophe im Laichteich für strenggeschützte Amphibien bei Gey Foto: Bert van Londen

Hürtgenwald-Gey. Alligatoren in Badeseen, ein Tiger freilaufend im Stadtpark, Skorpione in gekauften Salatköpfen oder eine hochgiftige Korallenschlange im Verpackungsmaterial eines Bekleidungsdiscounters - solche oder ähnliche medienwirksame Nachrichten, sind seit geraumer Zeit immer öfter an der Tagesordnung.

Ganz so spektakulär war dann die Notwendigkeit für den Einsatz der Feuerwehr an der B 399 zwischen Gey und Strass zwar nicht, doch auch hier führte die Leichtsinnigkeit oder falsch verstandene Tierliebe eines Tierhalters zu einer nicht zu unterschätzenden Katastrophe.

Was war geschehen? Als Ausgleichsmaßnahme beim Bau der Umgehungsstraße bei Gey wurde ein Teich als Laichgewässer für streng geschützte Amphibien-Arten, besonders für den Springfrosch, angelegt. Die Genehmigungskriterien sind dabei sehr hoch und die Verantwortlichen haben alles Menschenmögliche getan, um diese Kriterien zu erfüllen. Allerdings sind auch sie gegen die Ignoranz einiger Zeitgenossen hilflos.

Mehrere Schilder, die rund um den Teich angebracht wurden, machen darauf aufmerksam, dass das Betreten des eingezäunten Geländes strengstens untersagt ist, aber das nutzt bekanntlich wenig, wenn sich Menschen einfach darüber hinwegsetzen, wie in diesem Fall. Kurzerhand hat ein Tierbesitzer seine Goldfische bei Nacht und Nebel in diesen Teich ausgesetzt.

Was sich vielleicht nach einem Akt besonderer Tierliebe anhört, hat aber in Wirklichkeit fatale Folgen. Denn für diese an sich harmlosen Goldfische steht genau der schützenswerte Froschlaich, aber auch die Kaulquappen auf der Speisekarte. Das wiederum rief die Biologische Station Düren in Nideggen-Brück auf den Plan, die das Fiasko entdeckte und folgerichtig das Ablassen des Teiches forderte, um seine ursprüngliche Funktion weiter zu gewährleisten. In einer nicht unerheblich aufwändigen Aktion rückten Marita Engels vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, Regionalniederlassung Ville-Eifel, Frank Heidbüschel, Leiter des Ordnungsamtes Hürtgenwald, und die Löschgruppe Strass der Feuerwehr an, um zu retten, was zu retten ist.

„Das bedeutet, dass wir das Wasser ganz ablassen und den Teich im nächsten Frühjahr wieder befüllen müssen. Die Goldfische werden dabei abgefangen und in geeignetes Gewässer verbracht”, so Marita Engels. Eine besondere Schwierigkeit galt es bei diesem außergewöhnlichen Einsatz zu meistern, denn das abgelassene Teichwasser darf nicht direkt in den Gey-Bach eingeleitet werden, damit die in der unmittelbaren Nähe angesiedelte Forellenzucht nicht durch Sedimente beeinträchtigt wird. So mussten die Feuerwehrmänner in Abstimmung mit der Unteren-Wasserbehörde des Kreises Düren stattdessen die Wassermassen auf die benachbarten Ausgleichflächen des Landesbetriebs verrieseln lassen.

„Menschen, die solche oder ähnliche Probleme mit ihren Haustieren haben, sollen sich bitte an die Biologische Station wenden, damit solche Katastrophen künftig nicht mehr geschehen”, fordern Marita Engels und Frank Heidbüschel einmütig.
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