Düren - Goalball-Meisterschaft: Ganz genau hören, wo der Ball gerade ist

Goalball-Meisterschaft: Ganz genau hören, wo der Ball gerade ist

Von: Sandra Kinkel
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Beim Torball versuchen drei Spieler zu verhindern, dass der weiße Ball ins Tor geht. Gleichzeitig darf der Ball auch nur so flach über den Boden geworfen werden, dass die kleinen Glöckchen (kleines Foto), die an Fäden über das Spielfeld gespannt sind, nicht läuten. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Reteck Mihra ist ein bisschen enttäuscht. „Ich wäre schon gerne ins Finale gekommen“, sagt der 16-jährige Schüler der Dürener Louis-Braille-Schule. „Aber es war mein erstes Turnier, und es hat sehr viel Spaß gemacht.“

Bereits zum dritten Mal haben am Mittwoch in Düren die landesweiten Meisterschaften im Torball und im Goalball stattgefunden. Die Louis-Braille-Schule hat das Turnier ausgerichtet, teilgenommen haben Mannschaften von Förderschulen aus Dortmund, Münster, Gelsenkirchen, Düsseldorf, Duisburg, Soest, Bielfeld, Paderborn und Olpe.

„Gemeinsam mit den Kollegen aus Soest“, erzählt Krister Badur (46), Lehrer an der Louis-Braille-Schule, „hatten wir vor einigen Jahren die Idee, solche nordrhein-westfälischen Schulmeisterschaften auszurichten. In Düren findet das Turnier heute zum dritten Mal statt.“ Dank der Unterstützung des Berufsförderungswerkes und der Realschule Bretzelnweg. Badur: „Die Realschule hat uns ihre Sporthalle zur Verfügung gestellt, das Berufsförderungswerk jede Menge Equipment.“

Torball ist eine Ballsportart, die blinde, sehbehinderte und sehende Menschen miteinander spielen. Wegen der Chancengleichheit tragen alle Spieler eine Augenklappe. Die Regeln sind schnell erklärt: Eine Mannschaft hat drei Spieler. Über das Spielfeld sind drei Leinen gespannt, die wie der Ball mit Glöckchen versehen sind. Die angreifende Mannschaft muss den Ball mit der Hand unter den drei Leinen ins gegnerische Tor rollen. Berührt der Ball eine Leine, muss der Werfer das Feld für einen Wurf des Gegners verlassen.

Sieger ist die Mannschaft, die nach zwei mal fünf Minuten die meisten Tore hat. Der Unterschied zwischen Torball und Goalball ist, dass beim Goalball der Ball schwerer und das Spielfeld größer ist. Goalball ist zudem olympische Disziplin.

Rasante Partie

In der Sporthalle der Realschule Bretzelnweg ist es mucksmäuschenstill, als sich Düren und Düsseldorf im Finale der Altersklasse zwei der Jungen gegenüberstehen. „Anders geht es auch nicht“, sagt Reteck Mihra, der genau beobachtet, wie seine Schulfreunde sich auf dem Spielfeld schlagen. „Dieses Spiel funktioniert nur, wenn es absolut leise ist. Weil die Spieler ja hören müssen, wo der Ball ist.“ Nach einer Ermahnung des Schiedsrichters ist es in der Sporthalle so ruhig, dass man die berühmte Stecknadel fallen hören kann.

Und die Spieler aus Düsseldorf und Düren bieten eine rasante Partie. Ohne Pause geht der Ball hin und her, in Windeseile werfen die Sportler sich auf den Boden, um ein Tor zu verhindern. „Das ist ein sehr schnelles Spiel“, sagt Rethek. „Es gibt keine Pause, der Ball ist immer in Bewegung. Das gefällt mir sehr.“ Rethek ist seit zwei Jahren Schüler der Louis-Braille-Schule, genauso lange macht er in der Torball-AG seiner Schule mit.

„Eigentlich“, sagt der Junge, „kann man diese Sportart nicht mit Fußball oder Handball vergleichen, auch wenn es bei allen drei Sportarten letztlich darum geht, einen Ball ins Tor zu bekommen.“ Was ihm am Goalball so gut gefallen würde, sei, dass alle die gleichen Bedingungen hätten. Blinde, sehbehinderte und sehende Menschen könnten zusammen spielen, weil alle die dunkle Brille tragen würden. „Das ist total gerecht.“

Rethek hat das Turnier mit den anderen Jugendlichen aus ganz Nordrhein-Westfalen viel Spaß gemacht. „Ich finde es schön, die vielen anderen Schüler zu treffen und mich mit denen zu unterhalten. Für mich ist es eine große Ehre, seine Schule bei einem Wettbewerb vertreten zu dürfen.“ Seinen Traum von einem Pokal hat Rethek zwar nicht erreicht, aber immerhin haben andere Mannschaften seiner Schule es aufs Treppchen geschafft.

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