Gey hat jetzt ein Haus für Kinder in Not

Von: Margret Vallot
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Mit Teamleiterin Sarah Eichhor
Mit Teamleiterin Sarah Eichhorst (rechts) und den Kindern werden sie in der neuen Einrichtung arbeiten. gestern wurde das ehemalige Rathaus von Gey als Wohnheim eröffnet. Foto: Margret Vallot

Hürtgenwald. Das Gebäude war einst das Rathaus von Gey, dann stand es lange leer, wurde schließlich ein Forstamt. Später stand es wieder sehr lange leer, wurde vom Bund an einen Privatmann verkauft und am Freitag neu eingeweiht: Als neue Heimat für schwer belastete und traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Sieben Jungen und Mädchen zwischen vier und zwölf Jahren werden dort einmal wohnen und, wenn alles gut geht, lernen, dass das Leben mehr ist als eine Aneinanderreihung von Horrorszenen.

„Sie sind hier in einer Gemeinde, die viel für Kinder übrig hat und tut”, sagte Ortsvorsteher Helmut Rösseler, als am Freitag die Traumapädagogen, die Mitarbeiter der LVR-Jugendhilfe Rheinland, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Mitarbeiter der Gemeinde Hürtgenwald und viele andere das Haus einweihten. Leiten wird es die Diplom-Pädagogin und Familienexperten Sarah Eichhorst. In der Tat: In Hürtgenwald legt man sehr viel Wert auf optimale Ausstattung von Kindergärten und Schulen.

Traumatische Lebenserfahrungen haben die Kinder gemacht, und das nicht nur einmal. Sie waren Gewaltorgien und Vernachlässigung ausgesetzt oder wurden missbraucht. Mit Demütigungen wurden sie gefügig gemacht, ihr Wille mit grausamen Methoden gebrochen. Sie leiden an Angstzuständen, zeigen suizidales Verhalten, Essstörungen und Depressionen sind keine Seltenheit.

In dem Fachwerkhaus an der Dürener Straße wohnen sie auf 400 Quadratmetern. Sie haben auf zwei Etagen Einzelzimmer und Räume für Kunsttherapie, für Bewegungsförderung und Gespräche. Sechs Erwachsene kümmern sich Tag und Nacht um sie, außerdem gibt es eine Kunsttherapeutin und eine Haushaltskraft.

Der Landschaftsverband (LVR) hat das Haus von dem Eigentümer gemietet. Der LVR ist auch Träger der Einrichtung. Man habe auf Bedarf reagiert, sagte Dr. Ute Projahn in ihrer Begrüßungsansprache, es gebe bislang nur wenige traumapädagogische Angebote. Die Leiterin der Jugendhilfe Rheinland versuchte zudem, den fachfremden Gästen zu erklären, was die Anliegen von Traumapädagogik und Traumatherapie sind, und wie die Traumatisierten gezeichnet sind. Wie allerdings Erwachsene dazu kommen, Kinder als ihr Eigentum zu betrachten, mit dem man machen kann, was man will - darauf wusste auch sie keine Antwort zu geben.

Alles neu für die Bewohner

Die Intensivgruppe soll Kindern und Jugendlichen ein Umfeld bieten, in dem sie positive Beziehungen, eine klare Alltagsstruktur und einen sicheren Lebensraum erfahren. Als dies sei neu für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner, erklärte Ute Projahn.

Die vielen Gäste brachten Blumen zur Einweihung mit, und Ortsvorsteher Helmut Rösseler überreichte ein kleines Splitterkreuz und wünschte: „Möge Gottes Segen auf diesem Hause ruhen.”
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