Bergstein - Gestaltung der Gräber nur in engen Grenzen möglich

Gestaltung der Gräber nur in engen Grenzen möglich

Von: mv
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Der Rahmen wird in dem Schreib
Der Rahmen wird in dem Schreiben, das Floss an die Stehle geheftet hat, erwähnt. Foto: Margret Vallot

Bergstein. In der Gemeinde Hürtgenwald hat das Ordnungsamt Briefe verschickt. Briefe, die sich auf die Herrichtung der Gräber beziehen. Das hat einige Adressaten ziemlich erschreckt, zum Beispiel in <b>Bergstein.</b> Dort wurden mehrere Personen aufgefordert, „innerhalb von 14 Tagen” Metallrahmen zu entfernen.

Hans-Dieter Floß hat vor Jahren einen dünnen Metallrahmen um ein Urnengrab eingelassen, damit der Ziersplit eingefasst ist. Dieser Rahmen um das Urnengrab seiner Tante sei „eine Stolperfalle”, so hat der Leiter des Ordnungsamtes in Kleinhau, Frank Heidbüchel, erkannt. Auch Hedwig Schlepütz hat das Schreiben der Behörde „einen Schock versetzt”. Und sie beteuert in ihrer Antwort an die Gemeindeverwaltung: „Ich wollte mir nie anmaßen, mit dem Metallrahmen um den Urnenstein, der ja die Maße 50 mal 50 hat, die Grabstätte meines Mannes zu vergrößern.” Das ist nämlich ebenfalls ein Vorwurf des Ordnungsamtes. Wer ein Urnengrab in den Maßen 50 mal 50 Zentimeter bezahlt, darf nicht plötzlich 80 mal 80 Zentimeter gestalten.

Auch das Grab von Mutter, Großmutter und Stiefvater ist seit Jahr und Tag mit einem Rähmchen eingefasst, auch dieses muss weg, so erklärte Floß den „DN” vor Ort. Dabei sei der Zweck des Gestaltens allein, das Umfeld der Gräber schöner zu machen. Und das sei doch ganz im Sinne der Gemeinde.

Die Bergsteiner verstehen diesbezüglich die Welt nicht mehr. Die Argumentation der Verwaltung können sie nur schwer nachvollziehen. Floß hat selbst schon mehrfach Erde, die bei einem starken Regen angeschwemmt wurde, in stundenlanger Arbeit weggeschafft, „was ja eigentlich Sache der Gemeinde gewesen wäre”.

Heidbüchel nimmt sich im Rathaus viel Zeit, um zu erklären, wie es zu den Briefen gekommen ist. Er habe mit Bürgermeister Axel Buch vor einem Jahr die Friedhöfe besichtigt. Da habe man erkannt, dass gegen die Friedhofssatzung verstoßen werde. Und: Metallrahmen im Erdboden seien nun mal Stolperfallen. Wer dort umknicke, könne die Gemeinde haftbar machen. „Wenn sowieso jeder machen kann, was er will, können wir die Satzung auch in die Tonne kloppen”, so argumentiert auch der Stellvertreter des Bürgermeisters, Stefan Grieshaber. Es gebe für die Gestaltung von Gräbern Vorschriften, und die müssten nun mal eingehalten werden.
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