Geschwister tragen Adler auf der Brust

Von: Axel Keldenich
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Zwei Geschwister im Geißbock-Trikot: Anna und Yannick Gerhardt aus Kreuzau. Foto: Keldenich
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Setzt sich auch in der Junioren-Nationalmannschaft durch: der Kreuzauer Yannick Gerhardt (1. FC Köln).

Kreuzau. „Was meinst Du: Ziehen wir zum Foto das Trikot mit dem Geißbock an oder das mit dem Adler?“ Die Frage stellt sich tatsächlich, denn im Hause Gerhardt spielen sowohl Sohn Yannick als auch Tochter Anna beim 1. FC Köln – und beide sind DFB-Auswahlspieler. Er gehört dem Profikader an und sie spielt in der U-17-Bundesligamannschaft des Zweitligisten.

Eine seltene, wenn nicht einmalige Konstellation, auf die die beiden, aber auch ihre Eltern stolz sind. Auch wenn das in den vergangenen zehn Jahren eine immer ausgefeiltere Logistik erfordert. Da geht es nicht nur um Fahrten zu den Trainingseinheiten in Köln. Familienereignisse oder gemeinsame Urlaube dürfen auch nicht mit den Terminplänen der Nationalmannschaften und den beiden Bundesliga-Spielplänen kollidieren.

Zumindest für den 19 Jahre alten Yannick ist das Leben als Spieler des FC inzwischen seit zehn Jahren ganz normal. Angefangen hat es 2003 bei einem Hallenturnier, nachdem ein Scout der Geißböcke Yannicks Eltern gefragt hatte, ob er eventuell Interesse habe, von seinem damaligen Verein SC Kreuzau 05 zum FC zu wechseln. Ihm selbst sollte aber noch nichts gesagt werden.

Erst nach einer zweiten Beobachtung folgte dann das konkrete Angebot, mit 100 weiteren Talenten ein Probetraining zu absolvieren, an dessen Ende dann tatsächlich der Wechsel des Neunjährigen zum Großstadtverein stand. Ab jetzt ging es regelmäßig nach Köln zum Training und zu den Spielen.

Talentierter Linksfuß

Dank seines Talents und seines Engagements schaffte es der Linksfuß im defensiven Mittelfeld und auf der Sechser-Position, sich nicht nur beim 1. FC Köln durchzusetzen, sondern auch Berufungen in diverse Auswahlmannschaften bis hin zum DFB-Kader zu bekommen.

Und Titel gab es auch schon zu feiern. 2011 wurde er mit der B-Jugend Deutscher Meister und erst vor wenigen Wochen gewann er mit der U19 als erste Jugendmannschaft des 1. FC Köln den DFB-Pokal. Und schließlich gelangen ihm auch schon zwei Tore für Deutschland: eins in der U18 gegen Russland und eins in der U19 gegen Mazedonien.

Jüngster Lohn für die tollen Leistungen ist die Fritz-Walter-Medaille in Silber, die Yannick im Herbst erhalten wird, wie er erst kürzlich erfuhr. Diese Auszeichnung verleiht der deutsche Fußball-Bund den besten Nachwuchsspielern des Jahres und würdigt besondere Leistungen in den Altersklassen U17, U18, und U19.

In der kommenden Saison wird Yannick nun bei den Profis voll mittrainieren. Sein bereits 2012 geschlossener Vertrag läuft bis 2015, doch 2012 stand auch das gerade geschaffte Abitur am Stiftischen Gymnasium in Düren im Vordergrund. Interessant dabei: Im gleichen Jahrgang machte auch sein Freund Simon Ernst sein Abi, wie Yannick Junioren-Nationalspieler, allerdings im Handball. Jetzt ändern sich die Prioritäten bei Yannick zunächst. Zumindest ein halbes Jahr lang geht der Fußball vor, dann wird er sehen, ob Zeit für ein Fernstudium bleibt.

Harte Schule

So weit ist seine Schwester noch nicht. Mit ihren 15 Jahren besucht sie die Klasse 10 des Kreuzauer Gymnasiums. Fußball spielt sie seit ihrem neunten Lebensjahr und hat dabei anfangs eine harte Schule durchgemacht.

Drei Jahre lang spielte sie gemeinsam mit den Jungens. Und siehe da: Wer sich da durchsetzt, hat auch das Zeug zu mehr. Zum ersten Mal aufgefallen sind ihre Stärken Schnelligkeit und Technik bei einer Sichtung 2009. Beim Länderpokalwettbewerb aller 21 deutschen Verbände spielte die linke Verteidigerin, die sich auch im linken Mittelfeld wohl fühlt, so gut, dass sie zu einem DFB-Lehrgang eingeladen wurde.

Von den 60 Kandidatinnen erhielt sie als eine von 16 dann die erste Berufung in die Nationalmannschaft und erlebte bei einer Schottlandreise zwei 3:1-Siege gegen die Gastgeberinnen. Heute spielt Anna in der U17-Nationalmannchaft und für den 1. FC Köln in der U17-Bundesliga Südwest.

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