Gesamtschule Niederzier-Merzenich: ein ungewöhnliches Erfolgsprojekt

Von: Sandra Kinkel
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Hermann-Josef Gerhards ist seit 20 Jahren Leiter der Gesamtschule Niederzier-Merzenich. Foto: Kinkel

Niederzier/Merzenich. Mit 120 Schülerinnen und Schülern hat vor 20 Jahren alles angefangen. Heute hat die Gesamtschule Niederzier-Merzenich rund 1100 Schülerinnen und Schüler. Und hat gerade eben einen runden Geburtstag gefeiert. Einer, der von Anfang an mit dabei ist, ist Schulleiter Hermann-Josef Gerhards.

„Ich war vorher in Übach-Palenberg an der Gesamtschule“, erzählt er. „Auch hier habe ich die Schule mit aufgebaut.“ Dabei war die Situation in Niederzier und Merzenich eine ganz besondere. „Unsere Schule ist eine Schule mit zwei Standorten, die aber nicht mal eben zu Fuß zu erreichen waren. Das gab es damals meines Wissens nach in ganz Nordrhein-Westfalen noch nicht“, so Gerhards. Außerdem wurden schon bestehende Haupt- und Volksschulgebäude in die neuen Räume integriert. Die Klassen fünf bis sieben werden von Anfang an in Merzenich unterrichtet, die Klassen acht bis 13 in Niederzier. „Wir sind mit 450 Kindern nach Niederzier gegangen“, so Gerhards. „Also mit gewachsenen Strukturen. Deswegen hat das auch so gut funktioniert.“

Auch heute noch kennt Gerhards die Vorteile von zwei Schulgebäuden. „Die jüngeren Kinder fühlen sich in Merzenich geborgen, weil es nicht so groß ist. Hier wird wirklich die Arbeit der Grundschule fortgesetzt, bevor es dann in der achten Klasse nach Niederzier geht.“

Rund zehn der insgesamt knapp 90 Lehrerinnen und Lehrer würden zwischen den beiden Standorten hin und her pendeln, das erfordere auch heute noch ein hohes Maß an Organisation. „Und dann“, sagt Franz Hüsen, didaktischer Leiter der Schule, „brauchen wir gewisse Dinge natürlich einfach doppelt: das Sekretariat, das Hausmeisterteam und die Mensa zum Beispiel.“

Als Meilensteine der 20-jährigen Schulgeschichte nennt Hermann-Josef Gerhards den ersten Abiturjahrgang im Jahr 2001 und auch die Schulpartnerschaften mit Schulen wie dem „Collège Jean-Jaurès“ in Niederziers französischer Partnergemeinde Vieux Condé, der „Icknield High School“ im britischen Luton, dem „Liceo scientifico“ im italienische Vincenza und dem „Atatürk Lisesi“ in Izmir in der Türkei. Wichtig sei auch, so Gerhards, dass seine Schule zum bundesweiten Aktionsbündnis „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ gehöre. „Schule ist nicht nur Lernraum, Schule ist auch Lebensraum“, so Gerhards. „In der Jahrgangsstufe elf machen unsere Schule alle ein Sozialpraktikum.“

Die Gesamtschule Niederzier-Merzenich ist übrigens die jüngste Gesamtschule im Kreis Düren. Die beiden Dürener Gesamtschulen und die Europaschule in Langerwehe sind jeweils Mitte der 1980er Jahre ins Leben gerufen worden. „Wir haben ein sehr großes Einzugsgebiet“, sagt Hermann-Josef Gerhards. „Und ich beobachte immer mehr, dass immer häufiger Eltern ihre Kinder bei uns anmelden, die wollen, dass ihr Kind Abitur macht. Aber sie wollen ihm dafür neun Jahre Zeit geben.“

Was wünscht Hermann-Josef Gerhards sich für seine Schule in den nächsten 20 Jahren? „Ich wünsche mit den Fortbestand dieser Schule“, so Gerhards. „Gucken Sie sich nur die Entwicklungen rund um die Realschule Nord in Düren an. „20 Jahre sind in unserer heutigen Schullandschaft eine sehr lange Zeit.“

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