Düren - Gericht lässt Klage zu: Kufferath-Insolvenz wird aufgearbeitet

Gericht lässt Klage zu: Kufferath-Insolvenz wird aufgearbeitet

Von: Burkhard Giesen
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NICHT Firma GKD Kufferath - Firma ANDREAS Kufferath.jpg
Die Kufferath-Insolvenz wird aufgearbeitet: Sechs Jahre nach dem Konkurs der Dürener Siebweberei hat das Landgericht Aachen ein Verfahren wegen Betruges gegen drei ehemalige Mitarbeiter aus der Leitungsebene des Unternehmens sowie eine ehemalige Buchhalterin eröffnet. Foto: inla

Düren. Sechs Jahre nach dem Konkurs der Dürener Siebweberei Andreas Kufferath GmbH hat das Landgericht Aachen jetzt ein Verfahren wegen Betruges gegen drei ehemalige Mitarbeiter aus der Leitungsebene des Unternehmens sowie eine ehemalige Buchhalterin eröffnet.

Gerichtssprecherin Daniela Krey: „Die Kammer hat das Verfahren zur Hauptverhandlung zugelassen. Ohne jede Einschränkung.“

Genau fünf Jahre hatten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in diesem Wirtschaftskrimi hingezogen. Auslöser war im Oktober 2008 der Insolvenzverwalter des Unternehmens, der davon ausging, dass die „desolaten finanziellen Verhältnisse“ bei der Andreas Kufferath GmbH in Mariaweiler, die zum Zusammenbruch des Unternehmens geführt hatten, „durch massive Bilanzmanipulationen, Kreditbetrug und weitere strafrechtlich relevanten Handlungen“ vertuscht worden seien. Den Schaden bezifferte er damals auf 20 Millionen Euro – entstanden vor allem bei Banken.

Die Staatsanwaltschaft Aachen nahm daraufhin die Buchhaltung der Firma – die übrigens in keiner Verbindung zum Unternehmen GKD Gebrüder Kufferath steht – genauestens unter die Lupe.

Bilanzen vorsätzlich gefälscht?

Das Ergebnis folgte im Oktober 2013: Die Staatsanwaltschaft Aachen erhob Anklage gegen die vier Personen, die sich nun vor Gericht verantworten müssen. Ihnen hält die Staatsanwaltschaft vor, auf Anweisung des damals verstorbenen Firmenchefs über mehrere Jahre hinweg die Bilanzen vorsätzlich gefälscht zu haben, um so dem Unternehmen Liquidität zu verschaffen. Eine persönliche Bereicherung habe es nicht gegeben, hatte die Staatsanwaltschaft im Oktober 2013 klargestellt.

27 Millionen Euro Schaden

In der rund 100 Seiten umfassenden Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft die Summe des entstandenen Schadens noch einmal deutlich korrigiert und gab ihn nicht mehr mit 20 Millionen, sondern mit 27 Millionen Euro an. Eine Terminierung des Verfahrens vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts ist bisher noch nicht erfolgt, das soll bis Monatsende geschehen. Richterin Daniela Krey schätzt, dass dann bis Ende des Jahres mit einer Prozesseröffnung gerechnet werden könnte.

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