Düren - Geplatzer Umbau der Stadthalle: Armin Holewa erstattete Anzeige

Geplatzer Umbau der Stadthalle: Armin Holewa erstattete Anzeige

Von: Margret Vallot
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Ist in einem traurigen Zustand
Ist in einem traurigen Zustand: Dürens denkmalgeschützte Stadthalle an der Bismarckstraße. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Armin Holewa (66) hat sich geärgert, sehr sogar. Der Mann hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ihm geht es um den geplatzten Umbau der Stadthalle in ein Hotel und den möglicherweise entstandenen finanziellen und materiellen Schaden, der der Stadt Düren entstanden ist.

Holewa, „in Düren geboren und immer hier gelebt”, ist vom Fach, 34 Jahre lang kümmerte es sich als Beamter, zuletzt als Oberamtsrat, in einem Bonner Ministerium um Großbauten. Was er über die Stadthalle in den letzten Monaten den „DN” entnehmen konnte, das habe ihn zu der Ansicht kommen lassen, „dass da etwas nicht stimmt, dass Personen zum Schaden der Stadt Düren” gehandelt haben.

Die Vorwürfe finden sich in der Strafanzeige, die Holewa im Oktober per Post an die Staatsanwaltschaft in Aachen schickte. Dass Anzeigen von Bürgern eingehen, das sei „gar nicht so selten”, erklärte Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage. Und jede, wirklich jede Anzeige werde geprüft, ob ein Anfangsverdacht besteht, also ob „konkrete Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Sachverhalte” vorliegen.

Holewa schreibt in seiner Anzeige von einem „erheblichen Vermögensschaden durch für die Stadt sehr ungünstige Vertragsbedingungen”. Zum Hintergrund: Vor Jahren hat die Stadt das Grundstück in Erbbaupachtrecht an eine Firma vergeben. Die wollte dort das 4-Sterne-Hotel errichten, ein Vorhaben, das gescheitert ist. Nun möchte das Rathaus das Grundstück zurück, müsste aber tief in die Tasche greifen, um wieder Herr an der Bismarckstraße zu werden. Die Rückabwicklung soll etwa 1,4 Millionen Euro kosten. Das hält Holewa für nicht rechtens.

„Anzeige gegen Unbekannt” steht über dem Text des Düreners. Das, so Deller, werde immer dann gemacht, „wenn ich nicht weiß, wer den Schaden eigentlich angerichtet hat”. Es sei dann Aufgabe der Staatsanwaltschaft, den Schuldigen zu finden.

Die Staatsanwaltschaft hatte übrigens schon vor über einem Jahr von sich aus mit Ermittlungen hinsichtlich des Umgangs mit der Stadthalle begonnen. Doch, so Deller, seien diese Ermittlungen später eingestellt worden. Weil aber durch Armin Holewa „neue Aspekte aufgetreten” seien, sei man nun abermals aktiv geworden.

Am 6. November erhielt Holewa Post von der Staatsanwaltschaft: Die teilte mit, dass ein Verfahren eingeleitet wird (Aktenzeichen 301 UJs 15/11) Geprüft wird auf Untreue, bestätigte Deller, und das bedeutet, „dass jemand eine Vermögensbetreuungspflicht hat und genau dies Pflicht so vernachlässigt hat, dass ein Schaden verursacht wurde”.

Was aber will Holewa nun eigentlich erreichen? „Mein Ziel ist es”, sagt er etwas salopp, „dass die sich abgewöhnen, Großprojekte ohne Mitwirkung der Bürgerschaft, ohne Wettbewerb und Ausschreibung zu vergeben.” Und nur, weil ihm das wirklich wichtig ist, kam es zu „der ersten Anzeige meines Lebens”.

Ein wenig stolz ist er schon. Denn hätte es sich bei seinen Vorwürfen um völlig abstruse Sachen gehandelt, hätte die Staatsanwaltschaft gleich eingestellt und nicht weiter ermittelt. Das bestätigt der Oberstaatsanwalt.

Deller verrät übrigens mit keinen Wort, wie die Staatsanwaltschaft derzeit vorgeht: „Während laufender Ermittlungen keine Infos über das, was wir gemacht haben oder noch machen werden”, heißt es dazu knapp.
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