Gemeinderat manövriert sich ins Abseits

Von: Dietmar Engels
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Kreuzau. Die übergroße Mehrheit des Kreuzauer Gemeinderates ist der Meinung, dass es endlich an der Zeit ist, den Sport treibenden Vereinen höhere Zuschüsse für die Pflege und Unterhaltung der von ihnen genutzten Sportanlagen zu zahlen.

Die Gesamtsumme sollte von 46.330 auf 55.000 Euro erhöht werden. Dazu kommt es aber nun doch nicht, weil sich der Gemeinderat mit zwei Abstimmungen gewissermaßen ins Abseits manövrierte.

Mit großer Mehrheit hatte sich der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung für die Erhöhung des Etatpostens ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung galt deshalb als reine Formsache. Am Dienstagabend kam es aber anders.

Die SPD-Fraktion zeigte sich mit dem Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung zwar grundsätzlich einverstanden. Sie sprach sich aber dagegen aus, die Verteilung der Mittel alleine dem Gemeindesportverband (GSV) zu überlassen. „Wir wollen da schon ein Wörtchen mitreden”, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Heidbüchel. Der GSV könne sehr wohl einen Vorschlag unterbreiten. Der müsse dann aber dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt werden. Heidbüchel stellte einen entsprechenden Antrag, der - weil weitergehend als die Beschlussfassung im Hauptausschuss - zuerst zur Abstimmung gestellt wurde. Das Ergebnis: Zehn Stimmen dafür, 14 dagegen und drei Enthaltungen - mithin abgelehnt.

Bei der Abstimmung über den ursprünglichen Vorschlag stimmte die SPD konsequenter Weise mit „Nein”. Dem schlossen sich die FDP und die Grünen an. Weil zwei Mitglieder der CDU-Fraktion sich in der Angelegenheit als befangen erklären mussten und deshalb nicht an der Abstimmung teilnehmen konnten, lautete das Ergebnis 14 zu 15 - also ebenfalls abgelehnt. Demzufolge ist die Sache für geraume Zeit ganz vom Tisch, mit der Folge, dass keiner der Sportvereine auch nur einen Euro mehr bekommt.

Die Pflege der (gemeindlichen) Sportanlagen wurde den Vereinen vor 15 Jahren übertragen. Die damals verabredeten Zuschüsse gelten bis heute, obwohl die allgemeinen Kostensteigerungen auch vor den Vereinen nicht Halt gemacht haben. Die zuletzt vorgeschlagene Erhöhung um rund 20 Prozent hätte die Vereine ein wenig entlastet. Den Vorschlag hatte die Verwaltung auch mit Blick darauf unterbreitet, dass eine Rückübertragung der Sportanlagenpflege erheblich höhere Kosten als die Zuschussregelung mit sich bringen würde.
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