Gekrönte Häupter, die ganz schön schwanken

Von: Anneliese Lauscher
Letzte Aktualisierung:
Manfred Küpper, Muna Götze,
Manfred Küpper, Muna Götze, Wolfgang Heinrich und Gundi Mertens (von links) freuen sich über große Resonanz bei der Vernissage der Ausstellung ”Abstrakt trifft auf Gegenstand”. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen. Bereits zum vierten Mal hatte die Nideggener Künstlerin und Galeristin die Räume ihres Ateliers für eine Ausstellung geöffnet. Über fünfzig Gäste waren gekommen, um der Vernissage beizuwohnen.

Einen Holzkünstler und einen Maler hat Muna Götze eingeladen. Bilder und Reliefs, Assemblagen und Möbel gibt es zu betrachten. Die Fülle von Ausstellungsstücken bietet immer wieder Überraschungen, die vielen Besucher der Eröffnung ließen sich auf Gespräche und Diskussionen ein, der Pianist Felix Curdes begleitete musikalisch die spannende Kunstreise.

Freiheit durch die Malerei

Muna Götze, die sich sichtlich über den regen Zuspruch freute, begrüßte ihre Gäste und forderte sie auf, sich den Arbeiten mit Muße zu widmen. Gundi Mertens stellte die Künstler vor: Wolfgang Heinrich, der das Bildhauerhandwerk bei der Holzbildhauerin Ilona Schlupeck in Thüringen gelernt hat und sich dem Werkstoff in ganz besonderer Weise widmet. Und Manfred Küpper, der seit seiner Schulzeit malt, sich als Autodidakt bezeichnet und in seiner künstlerischen Betätigung eine grenzenlose Freiheit erfährt.

Manfred Küpper ist ein Gegner des Stierkampfs. Das betonte er immer wieder, wenn er gefragt wurde, warum denn der Stier in seinen Bildern auftauche. Aber die ungestüme Kraft und Wildheit dieses Tieres faszinieren ihn. In einem der Stierbilder, mit Acryl und Kohle gemalt, dominieren weiße und cremefarbene Flächen, daraus hebt sich in grellem Rot ein Viereck hervor, und hier findet man den Stier, kampflustig und stark.

Ganz anders die Porträts. Manfred Küpper hat für einige seiner Porträtzeichnungen einen recht ungewöhnlichen Untergrund gewählt: die Latten eines Bett-Lattenrostes. König und Königin zieren den oberen Teil einer Latte, sie wippen, wenn man daran tippt - gekrönte Häupter, die schwanken.

Die Faszination von Holz

Wolfgang Heinrich bearbeitet Holz in äußerst eigenwilliger Art und Weise. „Das Material Holz hat auf mich stets eine besondere Faszination ausgeübt”, sagt er. Das glaubt man ihm ohne Weiteres, wenn man die Ausstellungsstücke betrachtet: Aus Pappelrinde ist die Rückwand eines Schränkchens geworden, Lindenholz wurde in einem Relief verarbeitet, eine Baumscheibe bildet den Blickfang einer Schranktür. Phantasievoll setzt Wolfgang Heinrich Lasuren ein, die den Ausdruck verstärken. Mitunter werden Metallfragmente und Glasstücke verwendet.

Auch die Bilder der Gastgeberin, Muna Götze, fanden viel Aufmerksamkeit. Im Spiel mit den Farben drücken sie die Bewegtheit der Malerin aus, mal Ruhe und Gelassenheit, mal stürmische Emotionen und energiereiche Gegensätze.

Schau ist bis zum 23. Oktober zu sehen

Die Ausstellung kann täglich von 14 bis 18 Uhr besucht werden. Eine telefonische Terminabsprache ist unter Telefon 02427/901211 möglich.

Die Schau ist noch bis Sonntag, 23. Oktober, im Atelier von Muna Götze zu sehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert