Geflochtene Armreifen aus echtem Rosshaar

Von: Sandra Kinkel
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Beatrix Niesen aus Eschweiler
Beatrix Niesen aus Eschweiler präsentiert beim Eifelmarkt in Langerwehe Schmuck aus Pferdehaaren. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Beatrix Niesen aus Langerwehe-Eschweiler ist eine echte Künstlerin. Die 45-jährige Fachschwester für Krankenhaushygiene hat ein sehr ungewöhnliches Hobby: Sie fertigt Schmuck aus Pferdehaaren. Am Sonntag, 11. September, präsentiert sie ihre Arbeiten beim Eifelmarkt in Langerwehe. Die „DN” präsentieren in diesem Jahr den Eifelmarkt und stellen in loser Folge einige der Marktbeschicker vor.

Beatrix Niesen ist Pferdenärrin, früher hatte sie sogar ein eigenes Pferd. Irgendwann hat sie dann auf einem Markt eine Frau getroffen, die Schmuck aus Pferdehhaar herstellt. „Das hat mich von Anfang an total fasziniert”, sagt Beatrix Niesen, „vor allem, weil ich so etwas vorher noch nie gesehen hatte.”

Beatrix Niesen hat einen Workshop in Sachen „Horse-Hair-Braiding” und „Hichen” - so heißen die beiden Techniken, mit denen sie arbeitet - gemacht und dann selbst losgelegt. „Für mein erstes Armband”, lacht die sympathische Frau, „habe ich fast fünf Stunden gebraucht. Heute schaffe ich es in einer, wenn ich gut drauf bin. Aber die Arbeit mit den Pferdehaaren ist für mich sowieso Entspannung pur.”

Für das „Horse-Hair-Braiding” braucht man sehr viel Geduld. Zunächst werden zehn Pferdehaare per Hand zu einem Arbeitsfaden gezwirbelt, wenn sie zwölf Fäden zusammen hat, fängt Beatrix Niesen an zu flechten. Das Pferdehaar, das Beatrix Niesen verwendet, kommt gekämmt und gewaschen aus der Mongolei.

„Auf Wunsch”, erzählt sie, „fertige ich aber auch Schmuck aus den Haaren des eigenen Pferdes an.” Außer Armbändern mache Beatrix Niesen auch Schlüsselanhänger, Quasten, Pferdehalfter und Hundehalsbänder.

Auch so genannte „Boloties”, also Cowboy-Krawatten hat Frau Niesen im Angebot und Hutbänder auch. „Mich fasziniert die Vielseitigkeit dieses Schmucks”, sagt sie.

„Weil man durch die vielen Fäden zum Beispiel ein sehr breites Farbspektrum hat.” Hinzu kommt, dass Schmuck aus Pferdehaar äußerst robust ist. „Mit meinem Schmuck kann man alles machen. Waschen, spülen, Schwimmen gehen - kaputt geht da nichts.”

Der Eifelmarkt in Langerwehe ist Beatrix Niesens dritter Markt, sie kennt ihn schon länger. „Ich war als Besucherin dort”, sagt sie. „Und es hat mir gut gefallen. Zumal ich mit meinen Sachen nicht auf jeden Markt gehen kann. Ich brauche eine Veranstaltung, bei der die Besucher auch von außergewöhnlichen Handwerk fasziniert sind. Und das ist beim Eifelmarkt in Langerwehe gegeben.”

Leben, so Frau Niesen, können man vom Schmuck aus Pferdehaar übrigens nicht. „Dazu ist die Arbeit viel zu zeitaufwändig. Die ganzen Stunden, die da drin stecken, bekommt man einfach nicht bezahlt. Es ist mein Hobby.”

Der Langerweher Eifelmarkt findet in diesem Jahr bereits zum 24. Mal statt.

Am Sonntag, 11. September, gibt es im Töpfereimuseum in Langerwehe, Pastoratsweg 1, von 10 bis 18 Uhr wieder Köstlichkeiten aus Eifel und Ardennen.

Ein Teil der rund 50 Ausstellerinnen und Aussteller gewährt zudem einen Einblick in alte Handwerkstechniken wie Buttern, Löffelschnitzen, Klöppeln oder Wäschewaschen. Der Eintritt zum Eifelmarkt im Langerweher Töpfereimuseum ist wie immer frei.

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