alemannia logo frei Teaser Freisteller

Gedenken an Zerstörung: Theater bis kurz vor dem Bombenhagel

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
6588216.jpg
So sah das Dürener Theater vor der Zerstörung am 16. November 1944 aus. Es stand gegenüber des Hoeschmuseums an der heutigen August Klotz-Straße. Fotos: Stadt- und Kreisarchiv; Repros: Ingo Latotzki Foto: Stadt- und Kreisarchiv; Repros: Ingo Latotzki
6588228.jpg
Blick auf den damaligen Marktplatz und das Rathaus (heute ist dort das Bistro Kockelkorn). Hinten die alte Annakirche. Foto: Stadt- und Kreisarchiv; Repros: Ingo Latotzki
6588238.jpg
Die frühere Evangelische Kirche (heute Christuskirche). Foto: Stadt- und Kreisarchiv; Repros: Ingo Latotzki
6588234.jpg
Dr. Achim Jäger vor der Stadtmauer am „Stift“: Foto: Stadt- und Kreisarchiv; Repros: Ingo Latotzki

Düren. Wenn am Samstagnachmittag vor dem Feuerengel am Dürener Rathaus des Bombenangriffs auf Düren am 16. November gedacht wird, dann geht es um „Dürens schwärzesten Tag“. So jedenfalls ist ein Augenzeugenbericht von Kathi Neumann überschrieben, der es bis in ein Geschichtsbuch für Neuntklässler an Gymnasien gebracht hat („Das waren Zeiten; C.C. Buchners Verlag).

Zwischen 15.23 und 15.44 Uhr wurde die Innenstadt durch Bomben im Gesamtgewicht von 2751,9 Tonnen komplett zerstört; es gab wahrscheinlich 3126 Tote. So notieren es Hans J. Domsta, Helmut Krebs und Anton Krobb in ihrer „Zeittafel zur Geschichte Dürens 747-1997“.

In wenigen Minuten also lag der Stadtkern in Schutt und Asche. Aber wie sah Düren vor der Zerstörung aus? Darüber gibt derzeit eine Ausstellung im Stiftischen Gymnasium Auskunft, die 2008 vom Stadtarchiv und der Volkshochschule konzipiert wurde.

Auf Schautafeln ist die Vorkriegszeit zu sehen, die Zerstörung, der Wiederaufbau und die gegenwärtige Zeit. Anhand von Texten und vor allem Fotos wird dieser Zeitabschnitt Dürens nachgezeichnet. Dr. Achim Jäger, Geschichtslehrer am Stiftischen Gymnasium, war es wichtig, dass zum Jahrestag der Zerbombung eine Ausstellung stattfindet.

Sonst ist immer das Rathaus Ausstellungsort, da es derzeit saniert wird, schied es aus. Dr. Jäger thematisiert den 16. November regelmäßig in seinem Unterricht. Der 50-Jährige ist auch Mitarbeiter am Geschichtsbuch, das den Bericht von der Dürenerin Kathi Neumann gedruckt hat. „Ich möchte den Schülern die Augen öffnen, damit sie Geschichte in der Stadt wahrnehmen.“ Etwa die Stadtmauer. Im zehnten Jahr bietet der Pädagoge an seiner Schule eine viel beachtete Arbeitsgemeinschaft zum Thema Dürener Stadtmauer an.

Fliegeralarm „das tägliche Brot“

Mit der Zeit um den 16. November hat sich auch der Dürener Historiker Dr. Horst Wallraff beschäftigt. In seiner Arbeit „Düren und der 16. November 1944 – Tragödie des Totalen Krieges“ berichtet er, dass im Mai 1940 die ersten Bomben auf Düren fielen. Ein Luftangriff am 11. Juli 1941 forderte 19 Tote und 45 Verletzte.

Wallraff schreibt, dass bis weit in das Jahr 1944 noch Theateraufführungen und Konzerte stattgefunden haben, „doch hier von Friedensbetrieb zu reden, dürfte – zumindest nach den heutigen Vorstellungen von Frieden – weit übertrieben sein“. Der Angriff am 16. November ist der wahrscheinlich 51. Luftangriff gewesen. Heimatautorin Anni Kroll notierte: „Es verging kaum eine Nacht, in der wird nicht in den Keller mussten. Fliegeralarm gehörte schon zum Leben wie das tägliche Brot.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert