Düren - Gedankenspiele für Dürens Kulturmeile

Gedankenspiele für Dürens Kulturmeile

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:
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Gehört das Stadtmuseum in die Peschschule und kann die Marienkirche zum Standort für ein Industriemuseum werden? Foto: Stefan Weyergans/TimKetzer.de

Düren. Baudezernent Paul Zündorf sagt es im Brustton der Überzeugung: „Wir werden das Gebäude übernehmen.“ Gemeint ist die ehemalige Sparkassen-Filiale in der Arnoldsweilerstraße, in der sich das Stadtmuseum befindet. Kleine Einschränkung: „Wir haben die Sparkasse gebeten, eine Untersuchung aller vermuteten Schadstoffprobleme zu veranlassen.“ Liegen die Ergebnisse vor, würde die Entscheidung fallen, versichert Zündorf. Aber kommt es auch so?

Das Geld für den Ankauf des Gebäudes steht seit über einem Jahr im Haushalt zur Verfügung, eigentlich sollte es längst in Besitz der Stadt sein. Dagegen gibt es aber Widerstände. Bereits Anfang Januar 2016 hatte Gebäudemanager Helmut Harperscheidt die Sanierungskosten mit über 500.000 Euro angegeben – dabei waren die notwendigen Umbaukosten noch nicht mal berücksichtigt.

SPD-Fraktionsvorsitzender Henner Schmidt sieht das pragmatisch: „Inklusive Brandschutz werden wir locker jenseits der Million liegen. Diese Million gebe ich lieber für ein Gebäude aus, das an der richtigen Stelle steht.“ Zumal selbst hohe Investitionen nichts daran ändern würden, dass es im Sparkassengebäude anschließend immer noch beengt zugehen würde. Schmidt bevorzugt eindeutig die Peschschule als neuen Standort für das Stadtmuseum, gerade auch, weil für ihn das besucherstärkste Dürener Museum nah bei den anderen Museen beheimatet sein sollte. Aber ist so ein Beschluss auch umsetzbar?

Die Grundschule mitten in der Stadt müsste in den Cornetzhof verlagert werden. Die Schule dort wird zwar zum Sommer frei, soll aber vorübergehend als neue Heimat für die Arbeiterwohlfahrt genutzt werden, um das Wohnprojekt an der Eiswiese realisieren zu können. Realistisch betrachtet könnte das Stadtmuseum also frühestens Anfang bis Mitte 2020 in die sanierte und umgebaute Peschschule einziehen.

Dabei sucht man eigentlich eher eine kurzfristige Lösung, um den Stadtmuseum eine langfristige Perspektive bieten zu können. Schmidt: „Es wäre fatal, jetzt ein Gebäude in der Arnoldsweilerstraße zu kaufen, viel Geld zu investieren und anschließend dann festzustellen, dass die Peschschule zur Verfügung steht.“ Diese Entscheidung hat die Ampel-Koalition allerdings selbst in der Hand. Bis zum Sommer soll die Zukunft der Peschschule entschieden sein, dann dürfte sich auch klären, was mit dem Stadtmuseum wird.

Zudem geistert schon etwas länger die Idee von der Kulturmeile am Hoeschplatz durch die Köpfe. Ein erweitertes Hoesch-Museum, ein praktisch neu erschaffenes Papiermuseum und die um einen größeren Saal erweiterte Pleußmühle könnten so um das Stadtmuseum ergänzt werden.

Schaut man in den städtischen Masterplan, findet sich in dem Zusammenhang noch ein weiteres Projekt für diesen Standort: das Dürener Industriemuseum, das Professor Wolfgang Meisenheimer vorgeschlagen hatte. Diese Idealvorstellung hat Schmidt im Kopf, wenn er sagt: „Wenn zum Beispiel St. Lukas mal signalisiert, dass die Marienkirche entwidmet würde, könnte dies ein Standort für das Industriemuseum sein.“

Ein Zukunftsprojekt mit einer realistischen Perspektive? Pfarrer Hans-Otto von Danwitz: „In St. Marien gibt es eine sehr rege und aktive Gottesdienstgemeinde. Es ist die besucherstärkste in Düren.“ Allerdings sieht auch von Danwitz, dass es in den kommenden Jahren eine andere Entwicklung geben kann: „Man muss das realistisch betrachten. Ich kann nicht sagen, wie sich das in fünf oder zehn Jahren entwickeln wird. Irgendwann wäre es natürlich schön, die Kirche einer anderen Nutzung zuzuführen.“

Für von Danwitz wäre dann auch eine Überlangslösung möglich, bei der sichergestellt ist, dass die Gottesdienste weiter abgehalten werden können, so lange die Gemeinde aktiv ist.

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