Düren - Gedanken machen über neue Gewerbegebiete

Gedanken machen über neue Gewerbegebiete

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Wenn zum 1. Januar 2011 die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises GWS ihre Arbeit einstellt, kommt der städtischen Wirtschaftsförderung eine verstärkte Bedeutung zu.

Düren hatte sich schon in der Vergangenheit unabhängig vom Kreis eine eigene, beim Bürgermeister angesiedelte Stabsstelle zur Wirtschaftsförderung geleistet - mit nicht geringem Erfolg. Mit zwei weiteren Stellen hat Dürens Wirtschaftsförderer Heinz Manheims in den letzten Jahren gearbeitet.

Mit der Umstellung auf Kreisebene dürften jetzt Mitarbeiter von der GWS zur Stadt zurückkehren und ihn unterstützen. „Unser zentrales Thema ist die Bestandspflege und die Bestandsentwicklung”, sagt Manheims, der derzeit noch Defizite bei der Vermarktung des Dürener Standortes sieht. „Die Standortvermarktung ist ein wichtiger Schwerpunkt, der bisher noch brach liegt”, so Manheims. Das ist der knappen Personalsituation geschuldet.

Manheims ist fest davon überzeugt, dass man mit mehr Personal auch bei den Neuansiedlungen zulegen könne. Manheims: „Mehr Mitarbeiter bedeuten mehr Unternehmerkontakte und das führt zu mehr Aufgaben. Wir können uns dann intensiver um die Entwicklung der Standorte kümmern und auch gezielter im Dienstleistungsgewerbe tätig werden.” Welche zusätzlichen Mitarbeiter in der Stabsstelle landen, ist noch nicht ganz klar. „Mit dieser Frage muss sich der Stadtrat auseinandersetzen”, so Bürgermeister Paul Larue. Aber: „Wir haben uns schon mit der Einrichtung der Stabsstelle deutlich positioniert und wir werden diese Riege verstärken.”

Wie zeitintensiv die Arbeit für seine Abteilung ist, macht Manheims am Beispiel der neuen Baumärkte wie Obi oder Bauhaus deutlich: „Solche Projekte benötigen anderthalb Jahre Vorarbeit. Das fängt mit den Grundstücksfragen an und geht mit den Genehmigungen weiter. Und einen fertigen Bebauungsplan zieht man auch nicht mal eben aus der Schublade.”

Dabei kann Manheims schon jetzt mit Projekten wie Obi, Bauhaus oder der Entwicklung im Bereich der Automeile bei begrenztem Personal Erfolge vorweisen. Ein weiterer ist die Ansiedlung des Logistikzentrums von Metsä Tissue noch zu Tedrive-Zeiten.

„Während der Tedrive-Insolvenz waren wir stets mit der Betriebsleitung, dem Betriebsrat und dem Insolvenzverwalter im Gespräch”, so Manheims. Genau das habe dann auch dazu geführt, dass auf einer Fläche, die für das Unternehmen nicht mehr benötigt wurde, das Logistikzentrum angesiedelt werden konnte. Das führt zu einem weiteren wichtigen Punkt: Der Stadt gehen Flächen für eine Ansiedlung von Unternehmen aus. „Es wird Zeit, dass wir uns über neue Gewerbegebiete Gedanken machen”, sagt Manheims. Die Aufstockung des Personals bei der Wirtschaftsförderung der Stadt kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Nicht aufgeben will Manheims bei einem Unternehmen, dessen Ansiedlung die Politik bereits abgelehnt hat - dem französischen Sportausstatter Decathlon. Während die Politik argumentiert, dass eine Ansiedlung Geschäfte in der Innenstadt gefährden könne, sieht Manheims das anders: „Letztlich entscheiden die Kunden selbst. Schon jetzt fahren viele Dürener zu Decathlon nach Kerkrade und kaufen da ein.”

Erweiterung der Automeile bis Stockheim

Viele freie Gewerbeflächen kann die Stadt Düren Unternehmen nicht mehr anbieten. Das Gewerbegebiet „Im Großen Tal” ist komplett ausgebucht, im Bereich Rurbenden/Talbenden stehen noch rund 110.000 Quadratmeter zur Verfügung. Für etwa 80.000 Quadratmeter gibt es einen Interessenten. An der Stockheimer Landstraße stehen nur noch 10.000 Quadratmeter direkt zur Verfügung. Weitere Flächen sind längerfristig verpachtet.

An einem neuen Gewerbegebiet arbeitet die Dürener Wirtschaftsförderung mit Hochdruck: Im Anschluss an die Automeile soll ein interkommunales Gewerbegebiet mit der Gemeinde Kreuzau entstehen. Bis die entsprechenden Genehmigungen erteilt sind, wird es aber noch dauern.

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