Düren - Ganz konkret: Kunst bestimmt sein Leben

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Ganz konkret: Kunst bestimmt sein Leben

Von: Ingo Latotzki
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Kunstsammler Hubertus Schoeller mit Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann (links) und Ausstellungskuratorin Annemarie Bühler.

Düren. Hubertus Schoeller ist ein erfolgreicher Galerist in Düsseldorf gewesen. Der ehemalige Schüler des Stiftischen Gymnasiums hat viele Künstler kommen und gehen sehen, er hat eine Menge Kunst gekauft und als eines Tages die Frage im Raum stand, was er nach dem Galerie-Leben mit seinen Bildern machen könnte, hat er an seine Heimat gedacht.

Düren. Museum. Es ist am engsten mit dem Namen Hoesch verbunden, dazu mit dem Namen Peill über eine gleichnamige Stiftung. Und seit zehn Jahren auch mit dem Namen Schoeller.

1500 seiner Werke hat Hubertus Schoeller, Jahrgang 1942, in eine Stiftung eingebracht, die seinen Namen trägt. Nun werden die zehn Jahre gefeiert. Morgen, Sonntag, wird um 12 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die einen Teil der Stiftungs-Exponate zeigt. Der Raum, in dem das zu sehen ist, ist nach Hubertus Schoeller benannt. Sein Name, also der Name der bekannten und bedeutenden Dürener Industriellenfamilie, ist heute eng mit dem Museum verknüpft. Und darum ging es Schoeller, dessen Vater in Birkesdorf die Firma „Schoeller, Hoesch und Co.“ führte, auch: „Der Name sollte weiter getragen werden“, sagt er.

Im Grunde hat er seine Werke ans Museum verschenkt. Mit ein paar Auflagen allerdings. Zwar könnte Museumsleiterin Dr. Renate Goldmann ein Bild verkaufen. aber nur, wenn der Erlös wieder in die Stiftung investiert würde. Passiert sei das noch nicht, sagt Goldmann am Donnerstag im Museum, als sich Schoeller vorab den Ausstellungsraum mit seinen Werken anschaut. Das Museum profitiert von den Bildern durch regelmäßige Ausstellungen – oder Ausleihen. So sind Bilder an Museen in New York, Amsterdam oder Berlin gegangen. „Das freut mich“, sagt Schoeller, und schiebt nach: „Ja, das mach mich auch stolz.“

Das geht Dr. Goldmann kaum anders. Den Wert der Stiftung, den Hubertus Schoeller gegenüber der Presse nicht in Euro und Cent benennen möchte, bemisst die Museumschefin auch in der Reputation. „Eine solche Stiftung gibt einem Museum ein Profil.“

Die Sammlung Schoellers besteht aus Arbeiten der bekannten Düsseldorfer Künstlergruppe „Zero“. Die einflussreiche Bewegung wurde von Heinz Mack und Otto Piene 1958 gegründet und 1961 durch Günther Uecker als drittes Kernmitglied erweitert. Die Künstler wollten den Ballast der Nachkriegszeit abschütteln und durch eine puristische Ästhetik einen Neuanfang in der Kunst schaffen. Gewissermaßen von Null an – so ist der Name „Zero“ zu verstehen. Vielfach geht es um konkrete Kunst, die sich etwa durch geometrische Formen ausdrückt.

Ob er keine Angst davor habe, dass seine Kunstwerke auf immer weniger Resonanz stießen, weil Museen besser besucht sein könnten, wird Schoeller gefragt. „Doch“, sagt er, „da habe ich Angst vor.“ Er habe schon Lust, in 100 Jahren noch einmal auf die Welt zu kommen, um zu sehen, wer dann ins Museum kommt. Vielleicht gibt es den Raum, der seinen Namen trägt, dann immer noch, vielleicht auch nicht. An seinen Namen aber wird man sich erinnern, so oder so.

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