Ganz Düren ist in allerbester Jazz-Feierlaune

Von: Sandra Kinkel
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Klaus Doldinger (links) hatte
Klaus Doldinger (links) hatte 1957 seinen ersten Auftritt. Auch 2012 jubelten ihm tausende Jazzfans an der Rur begeistert zu. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Krönender hätte der Abschluss der 22. Dürener Jazztage nicht sein können. In der Christuskirche spielte der kubanische Pianist Gonzalo Rubalcaba. Und begeisterte in dem voll besetzten Gotteshaus mit Stücken seines aktuellen Albums „Faith” (Glaube).

Vor allem aber brillierte der Rubalcaba mit einer fantastischen Technik und jeder Menge kubanischen Spielfreude. Überhaupt waren die Jazztage in diesem Jahr ein besonders fröhliches Fest. Marianne Rosenberg, Klaus Doldinger, Uwe Ochsenknecht und auch die Künstler der Kneipentour - alle versprühten eine ungeheure Lust auf und mit der Musik, die ganz schnell auch aufs Publikum übersprang.

Knapp 4000 waren allein zum Stadtwerke-Abend mit Klaus Doldinger, dessen Band Passport und Uwe Ochsenknecht gekommen, und der 76-jährige Saxofonist, der sich noch gut an seinen ersten Auftritt in Düren im Jahr 1957 erinnerte, eroberte die Herzen seiner Fans im Sturm. Doldinger entlockte seinem Instrument die unglaublichsten Töne - gleichsam fröhlich und melancholisch, dann wieder rhythmisch und fast schon ausgelassen, und im nächsten Augenblick mystisch und geheimnisvoll.

Da wollte keiner auch nur einen Atemzug verpassen, zeitweise war es auf dem Rathausvorplatz mucksmäuschenstill, die Konzertbesucher waren unglaublich aufmerksam. „Davon will ich keinen Augenblick verpassen”, so Gregor Schramm (79) aus Düren. „Wer weiß, ob ich noch mal in so einen Genuss komme. Wie der Doldinger spielt - einfach unglaublich.”

Rund eine Stunde bestritten Doldinger und seine Band „Passport” mit Biboul Darouich, Ernst Ströer (beide Percussion), Roberto Di Gioia (Keyboard), Christian Lettner (Drums), Peter OMara (Gitarre) und Patrick Scales (Bass) das Konzert allein, und um kurz vor 21 Uhr wurde Bernd Ohlemeyer vom Dürener Jazzclub dann auch ein bisschen nervös. „Jetzt könnte Uwe Ochsenknecht aber kommen. Der soll doch um neun Uhr auf die Bühne.” Ochsenknecht ließ aber noch auf sich warten, aber um kurz nach neun war er da.

Mit schwarzer Jeans und T-Shirt und allerbester Laune. „Ist er da?”, rief Doldinger, der offenbar wusste, dass sein Freund, den er schon 1981 bei Dreharbeiten zum Kult-Film „Das Boot” kennen gelernt hatte, gerne auf den letzten Drücker am Konzertort erscheint. Ochsenknecht war da, und das mit einer enormen Präsenz auf der Bühne. Der Schauspieler bot überaus stimmgewaltig eine Mischung aus Soul und Rock und trat in einen gelungenen Dialog mit Klaus Doldinger und seinem Saxofon.

Anschließend machten sich die eingefleischten Jazz-Fans dann noch auf den Weg in die Kneipen der Innenstadt. Zwölf Gaststätten, übrigens so viele wie noch nie, präsentierten bei der beliebten und fast schon legendären Kneipentour, die für viele immer noch der heimliche Höhepunkt der Jazztage ist, einen Künstler oder gleich eine ganze Band, und fast schon hatte man in der lauen Sommernacht das Gefühl, ganz Düren swingt und grooved. Da spielte es auch überhaupt keine Rolle, dass viele der Kneipentour-Künstler nicht zum ersten Mal in Düren waren. Überall standen die Menschen in und vor den Kneipen, genossen die Musik und das ein oder andere kühle Getränk - kurzum Düren war wieder einmal in allerbester Feierlaune.
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