Düren - Galerist Lutz Rohs zeigt spannende Reise in Vergangenheit

Galerist Lutz Rohs zeigt spannende Reise in Vergangenheit

Von: Vonn Andreas Bongartz
Letzte Aktualisierung:
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Dr. Harry Schütz, Lutz Rohs (von links) und Dr. Rüdiger Müller (rechts) mit Galeristennachwuchs Helene (3) sowie den Künstlern Ulrich Görtz und Heike Sistig. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, eine spannende Reise und - ja auch - eine verstörende: Galerist Lutz Rohs präsentiert in seiner neuen Ausstellung in der Yorckstraße eine Sammelausstellung. Die gezeigten Arbeiten von 25 verschiedenen Künstlern sind ein kleiner Trip in die persönliche Vergangenheit.

Zu sehen sind nämlich zumeist ältere Werke von Pia Andersen, Franz Burkhardt, Ulrich Görtz, Blalla W. Hallmann, Jan Knap, Stewens Ragone, Julia Seidensticker und und und. Kunstwerke, die Rohs bereits zusammen mit dem Kölner Dr. Rüdiger Müller und dem Düsseldorfer Dr. Harry Schütz ausgestellt hat. Nicht in Düren sondern in Köln. Dort betrieb man von 1993 bis 2003 eine gemeinsame Galerie.

>In der Galerie Rohs zeigt das Trio nun noch einmal Arbeiten, die von zentraler Bedeutung für die Galerie Müller, Schütz und Rohs waren. Ein Gesichtspunkt sei dabei, so Rüdiger Müller, zu sehen, „ob uns die Bilder noch etwas sagen können”. Können sie das? Oh ja, im Falle von Blalla W. Hallmannn schreien sie den Betrachter geradezu an. Die Bewunderung für den Maler mit dem merkwürdigen Namen hat Rohs, Müller und Schütz überhaupt erst zusammen geführt. „Blalla W. Hallmann gehört zu der kleinen Zahl der wirklich wichtigen Maler Deutschlands im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts”, sagt Lutz Rohs.

Warum, das merkt man sofort: Hallmann ist ein Radikaler, ein künstlerischer Berserker, dessen Bilder eine Intensität entwickeln, der man sich schlecht entziehen kann. Bevorzugtes Thema seiner gerne düster und teilweise an Hieronymus Bosch erinnernden Bilder ist die Religion. Da brilliert der Künstler in bitterbösem Moralismus. Lutz Rohs: „Blalla war eigentlich ein sehr religiös geprägter Mann, irgendwann hat er allerdings gemerkt, dass alles Betrug ist.”

In seinen Arbeiten mit Titeln wie „Kreuzfahrt”, „Alltagstragödie gewürzt mit Elmsfeuer” oder „Frühlingserwachen mit dem Bewußtsein der Gefangenschaft” wandelt Blalla zwischen Himmel und Hölle und prangert so den Antimoralismus unserer Zeit an. Es gibt keine Hoffnung für die Welt lautet des Künstlers Aussage, die sich in seinen Bildern zu verstörender Wut kristallisiert.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Freundschaft des Malers zum zutiefst gläubigen Jan Knap. Knaps Bilder erzielen mit comicartigem Gestus und kleinen Heiligenscheinen eine recht eigentümliche, um nicht zu sagen kitschige Wirkung und hängen treffenderweise direkt neben Blallas destruktiven Werken -Êein Spannungsbogen, den so nur eine Sammelausstellung schaffen kann. Sehenswert sind auch die übrigen künstlerischen Positionen, hervorzuheben etwa die Arbeiten von Heike Sistig, WDR-Redakteurin und beim Sender für die Sendung mit dem Elefanten zuständig. Sie zeigt Collagen aus übermalten Fotografien.

Bis zum 30. Mai

Die Ausstellung dauert bis zum 30. Mai. Geöffnet ist dienstags von 16 bis 21 Uhr, mittwochs und freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr sowie nach besonderer Vereinbarung unter 02421/ 73288.
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