Düren - Fußball-Idol „Schorsch“ Stollenwerk ist tot

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Fußball-Idol „Schorsch“ Stollenwerk ist tot

Von: Sandra Kinkel
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Nach der WM 1958 jubelte Düren Stollenwerk (rechts) im Auto und Karl-Heinz Schnellinger zu.
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Im Jahr 1960 hat der Dürener Georg Stollenwerk (links) gegen Real Madrid gespielt.
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An die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Helsinki und das WM-Halbfinale 1958 in Schweden hat Georg Stollenwerk sich besonder gerne erinnert.

Düren. Im Alter von 83 Jahren ist der Dürener in der Nacht zum 1. Mai verstorben. „Ich habe nie zusammen mit Georg Stollenwerk Fußball gespielt“, sagt Horst Maaßen, der 1963 mit der SG Düren 99 Mittelrheinmeister geworden ist. „Aber Schorsch Stollenwerk war eine Dürener Sportgröße und für uns damals immer ein großes Vorbild. Vor allem, weil er schon damals einen sehr technischen Fußball gespielt hat.“

Bürgermeister Paul Larue nannte Stollenwerk einen „großen Botschafter der Stadt“, der viele Kinder und Jugendliche für den Sport begeistert habe.

„Bescheidener Mensch“

Einer, der Schorsch Stollenwerk gut gekannt hat, war. Dr. Josef Schäfer, 1. Vorsitzender der SG GFC Düren 99. „Georg Stollenwerk war ein guter Freund, ein eifriger Vereinskamerad und ein bescheidener Mensch, der sich aber doch durchzusetzen wusste.“

Dass Georg Stollenwerk ein großes Talent ist, hat sich früh herausgestellt. Bei seinem ersten Einsatz für die SG Düren 99 mit acht Jahren hat er gleich zwei Tore gemacht. Trotzdem, so hat Stollenwerk es einmal gegenüber unserer Zeitung formuliert, habe er als kleiner Junge nie an eine Karriere als Profi-Fußballer gedacht.

23 Länderspiele

Insgesamt hat Georg Stollenwerk für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 23 Länderspiele absolviert und zwei Tore geschossen. Nach der WM in Stockholm, bei der Stollenwerk mit Karl-Heinz Schnellinger ein Verteidiger-Traumpaar bildete, wurden die großen Fußballvereine auf ihn aufmerksam.

Bayern München hat seine Türe geklopft, der 1. FC Köln ebenfalls, und auch Sepp Herberger hätte in gerne an den Betzenberg geholt. „Ich bin Rheinländer“, hat Stollenwerk, der nicht nur diplomierter Fußballlehrer, sondern auch gelernter Kaufmann ist, einmal gesagt, „und ich wollte immer im Rheinland bleiben. Deshalb war der 1. FC Köln meine erste Wahl.“ Und eine gute noch dazu: Immerhin hat er für den FC in 424 Spielen 85 Tote geschossen, 1962 und 1964 wurde er mit dem Club vom Rhein Deutscher Fußballmeister.

Sein größte sportliches Erlebnisse war für Georg Stollenwerk neben der Weltmeisterschaft in Stockholm 1958 die Olympiade in Helsinki sechs Jahre zuvor. Für Olympia hatte Stollenwerk extra seinen Wechsel zu den Geißböcken nach Köln verschoben – damals durfte nur wirkliche Amateure an den Spielen teilnehmen. „Es war wunderbar“, so Georg Stollenwerk in einem Interview anlässlich seines 80. Geburtstages, „im Olympischen Dorf zu wohnen und so viele große Sportler kennengelernt zu haben.“

Düren immer die Treue gehalten

Seiner Heimatstadt Düren ist Georg Stollenwerk, der nach seiner aktiven Fußballerkarriere, als Trainer für die Alemannia Aachen, den TuS 08 Langerwehe und den 1. FC Köln gearbeitet hat, immer treu geblieben. Er war Vorsitzender des Stadtsportbundes, hat sich für die Belange der Stadt immer interessiert.

„Die Dürener“, hat Stollenwerk im Gespräch mit den „Nachrichten“ gesagt, „sind sehr joviale Menschen.“ Seine ganz besondere Liebe galt aber der alt-ehrwürdigen Westkampfbahn. „Die Westkampfbahn war immer mein Lieblingsplatz in Düren.“

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