Fünf Wochen für die Umwelt bei Musikfestivals unterwegs

Von: Kevin Teichmann
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Fünf Wochen, fünf große Festivals: Die Dürenerin Annaika Rudolph hat einen Ferienjob. Foto: Kevin Teichmann

Düren. Mit großen Augen erzählt Annika Rudolph von ihrem Glück. Die erst Ende Dezember volljährig gewordene Schülerin des Dürener Wirtschaftsgymnasiums bekommt eine Chance, die es „vermutlich nur einmal im Leben“ gibt.

Annika Rudolph hat einen von drei Jobs im sogenannten „Green Team“ ergattert. Fünf Wochen tourt sie durch Deutschland und soll auf fünf Festivals „journalistisch arbeiten und so nachhaltig wie möglich leben und trotzdem den Sommer meines Lebens“ erleben“. Annika Rudolph fragt sich jetzt schon: „Was bewegt die Massen sich für so etwas einzusetzen außer Musik?“

Zu ihren Aufgaben werden verschiedene Dinge wie die „Love your Tent“-Aktion gehören. Dabei geht es darum, Festival-Besuchern die Zeltmitnahme schmackhaft zu machen – viel zu häufig würden die Zelte „einfach stehen gelassen“.

Neben solchen Aktionen gehören auch das Wasserverteilen in den Bühnengräben, eine Fahrradtour von einem Festival zum nächsten oder der Besuch einer Ökodruckerei zu ihren Aufgaben. Über ihre Arbeit soll Annika in einem Internetblog berichten.

Der Schülerin war von Anfang an klar: „Das ist genau dein Ding, das musst du schaffen!“ Kurzerhand drehte sie ein Bewerbungsvideo, Regie und Produktion führte hierbei Lutz Adorf, dem Annika „sehr dankbar für all die Inspiration“ ist. Innerhalb von einer halben Woche stand die Bewerbung und lag bei den „Green-Team“-Verantwortlichen im virtuellen Briefkasten.

Die Verantwortlichen sind die „Sounds For Nature Foundation“, die als Projekt des Bundesamtes für Naturschutz startete, um Natur und Umwelt in Einklang mit Live-Musikveranstaltungen zu bringen, und die „Jobmensa“, ein Dienstleister in Bezug auf Studentenjobs. „Wer sich für diesen Job bewirbt, muss einen an der Klatsche haben“, meint Annikas Bruder Henning Rudolph, was sich auch im Video widerspiegeln sollte.

Auf herrlich verrückte Art und Weise hat Annika herausgearbeitet, weshalb gerade sie den Job bekommen sollte und tatsächlich, sie konnte die Jury überzeugen. „Ich habe es am Telefon erfahren. Eine Fraue sagte zu mir: ‚Ich mach’s kurz, du bist eine der drei‘“, strahlt Annika und kann es immer noch nicht fassen: „Die anderen beiden sind 21 und 22 Jahre alt, ich bin das Küken.“ „Die anderen beiden“ sind Katharina Weber aus Bonn und Luisa Gajewski aus Berlin,zwei Studentinnen.

Gemeinsam werden die drei bei den Festivals „Melt!“ (zwischen Leipzig und Berlin), das „Greenville Festival“ (bei Berlin), das „Big Day Out“(zwischen Dortmund und Paderborn), das „Taubertal Festival“ (Bayern) und „MS Dockville“ (Hamburg-Wilhelmsburg) arbeiten. Unter Nachhaltigkeit versteht sie, möglichst naturschonend zu leben, wie das nach den fünf Wochen aussieht, kann sie bisher nur erahnen: „Der Begriff Nachhaltigkeit ist so komplex und wird sich mir wohl erst mit der Zeit erschließen“, sagt Annika und freut sich bereits auf die bevorstehende Zeit: „Euphorisch ist untertrieben!“

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