Radarfallen Blitzen Freisteller

Fünf Millionen Euro für marode Schultoiletten

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:

Düren. Für fünf Millionen Euro wollen CDU und FDP in den nächsten fünf Jahren Dürener Schultoiletten sanieren. Das will die Koalition am kommenden Mittwoch im Rat der Stadt entscheiden - in der Sitzung wird der Haushalt für 2012/13 verabschiedet.

Dass viele sanitäre Anlagen von Schulen eine Sanierung bitter nötig haben, zeigte den „DN” am Donnerstag der Leiter des Wirteltor-Gymnasiums, Wilhelm Gödde.

Es liegt in der Natur der Sache, dass an dieser Stelle nur Fotos zeigen können, wie es um die Anlagen bestellt ist. Gödde betonte, nicht seine Schule alleine habe in Düren Bedarf. Vielmehr sind es viele Toilettenräume, die nur Hartgesottene freiwillig aufsuchen würden - oder Schüler und Lehrer etwa, die resistent gegen bestimmte Gerüche sind.

Mitunter sei seit Jahrzehnten an den Anlagen nicht getan worden, sagte der Leiter des Gebäudemanagements im Dürener Rathaus, Helmut Harperscheidt, den „DN”. Das betrifft Leitungen, Ausstattung oder Technik. „Wir sind da teilweise auf einen 60-er Jahre-Stand”, sagt Schulleiter Wilhelm Gödde. Beim Rundgang durch das GaW fällt auf, dass nicht nur Duschwannen eine dicke rot-braune Schicht aufweisen, sondern teils das Wasser in den Toiletten auf dem Boden steht, weil Spülungen nicht richtig funktionieren und Urinale einfach überlaufen.

Handlungsbedarf, ganz offensichtlich. „Das haben wir erkannt”, sagt CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer mit seinem Stellvertreter Stefan Weschke und FDP-Fraktionsvorsitzendem Hubert Cremer. Deshalb sollen die Anlagen nach und nach saniert werden - bis 2017. Das Rathaus hat eine Prioritätenliste erarbeitet, wie Gebäudemanager Harperscheidt sagt. Danach kämen als Erstes das GaW, die Hauptschulen Birkesdorf und Burgauer Allee, die Grundschulen Martin Luther, Im Pesch, in Rölsdorf und Birkesdorf an die Reihe - für zunächst 1,2 Millionen Euro.

Das Geld in den Haushalt zu stellen, sei deshalb möglich, weil es sich um so genannte investive Maßnahmen handelt, sagt Stefan Weschke. Das heißt: Haushaltstechnisch schlagen nur die Zinsen und Abschreibungen zu Buche - rund vier Prozent der Gesamtsumme, also gut 40.000 Euro. Nur für diese Summe muss für den aktuellen Haushalt auch ein finanzieller Ausgleich gefunden werden.

Die eigentliche Investition muss nicht ausgeglichen werden, weil der Kämmerer einen Gegenwert, nämlich die Sanierung und die damit verbundene Wertsteigerung der Schulen gegenrechnen kann. Vor diesem Hintergrund wird auch das Lehrschwimmbecken in Merken saniert (400.000 Euro) - wahrscheinlich auch die Fußgängerzone Kölnstraße, die mit finanzieller Beteiligung der Anwohner ein neues Pflaster erhalten soll.

Beginnen kann die Toilettensanierung erst, wenn der Haushalt genehmigt ist, voraussichtlich erst nach der Sommerpause. Denkbar ist, dass es eine Investitions-Prioritätenliste von Kämmerer Harald Sievers gibt, die die Kommunalaufsicht vorher abgsegnet. Dann könnte es früher losgehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert