Düren - Fünf Künstlerinnen sind fünf Tage freiwillig in Haus 5

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Fünf Künstlerinnen sind fünf Tage freiwillig in Haus 5

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Düren. Das ehemalige Bewahrhaus der LVR-Klinik, in dem bis 1986 noch forensische Patienten untergebracht waren, hat eine eher düstere Geschichte. Von dort aus wurden im Nationalsozialismus Patienten zu den Konzentrationslagern transportiert.

Ende der 70er-Jahre kam es zu zwei dramatischen Todesfällen, die letztlich den entscheidenden Anstoß für den Neubau der Forensik gaben.

Das ehemalige Bewahrhaus ist also fürwahr kein Ort der Beschaulichkeit. Und dennoch suchten sich fünf Künstlerinnen ausgerechnet diese Räumlichkeiten aus, um in ihnen zu arbeiten.

Christa Hahn, Sabine Hey, Sabine Smith, Christiane Schmidt und Ann Sophie Detje als „Temporary projects” mit Sitz in Essen arbeiten seit einigen Jahren zusammen. Sie suchen Räume, die ein besonderes Flair oder Geschichten zu erzählen haben, um sich von ihnen inspirieren zu lassen.

In der Regel halten sie sich dort einige Tage auf, um im Anschluss Arbeiten wie Collagen, Installationen, Gemälde, Videoaufnahmen und Fotografien der Öffentlichkeit zu präsentieren.

So war es auch in Haus 5, wo das Team unter ungewöhnlichen Umständen arbeiten musste. Die beklemmende Geschichte des Hauses war dabei Hintergrundfolie für das Schaffen.

Zudem wollten die Frauen der Frage nachgehen, was sich in ihren Gedanken und auch Träumen abspielt, wenn sie Tage und Nächte in einem Haus für psychisch kranke Straftäter verweilen, statt einer solchen Erfahrung aus dem Weg zu gehen. Natürlich waren sie dabei nicht eingesperrt.

Titel der Schau: „Grau”

Das Ergebnis dieser Selbst- und auch Gruppenerfahrung präsentieren sie in einer Ausstellung mit dem Titel „Grau”, die am Tag der offenen Tür, am Sonntag, 23. August, um 11 Uhr eröffnet wird. Sie bleibt bis zum darauf folgenden Sonntag für Interessierte geöffnet. Um 15 Uhr folgt am Sonntag eine Lesung von „SprechAKT” mit dem Titel „Zwischen Wahn und Witz”, mit der sich Ida Lemp und Steffen Gerz der Thematik auf ihre Weise nähern.

Die zurückliegenden Tage haben die Künstlerinnen in lebendiger Erinnerung. Selten, so bekundeten sie, waren sie so inspiriert von Räumlichkeiten. Ihr besonderer Dank gilt Dr. Knauer, dem es ein wichtiges Anliegen ist, die Erinnerung an die schreckliche Zeit im Haus 5 wach zu halten, damit sich Ähnliches unter keinen Umständen einmal wiederholt.
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