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Foto-, Licht- und Videokünstler: Elmar Valter, der Jäger und Sammler

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
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Elmar Valter in der Gürzenicher Galerie Heidbüchel, in der er noch bis Ende Januar seine Fotos ausstellt. Foto: Ingo Latotzki
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Eine Installation: bestehend aus einer ausgeschnittenen Figur, speziell beleuchtet. Foto: Elmar Valter

Düren. Wenn Elmar Valter über seine Arbeit redet, ist das so, als würde jemand über sein Hobby sprechen. Er steht an diesem Montag in der Gürzenicher Galerie Heidbüchel und schaut auf seinen Laptop. Valter zeigt Fotos, die er zuletzt gemacht hat. Mit engagierten Gesten erzählt er, wie er in der afrikanischen Wüste eine alte Siedlung fotografiert hat, er erinnert sich genau, wie die Sonne durch Balken hindurchschien und ein nettes symmetrisches Muster auf das Bild zauberte.

Valter ist Fotokünstler. Und er ist Lichtkünstler. Dazu ist er Musiker, Dozent und früher einmal war er auch noch Bildhauer. Es wird so sein: Valter hat seine Hobbys zum Beruf gemacht. Wenn das klappt, kann man von einem Glücksfall sprechen. Schon Konfuzius, der weise chinesische Philosoph, soll gesagt haben: Suche dir etwas, was dir Spaß macht – und du musst nie mehr arbeiten.

Valter, 48, arbeitet freiberuflich. Er erzählt jetzt, wie er mit Schülern ein besonderes Fotoprojekt umgesetzt hat. Aus Fotos haben sie Menschen herausgeschnitten und als Figuren in eine andere Umgebung gestellt. Zum Beispiel auf den Museumsvorplatz in Düren, mit dem Amtsgericht im Hintergrund. „Wir haben die Szenen dann immer ganz speziell beleuchtet“, sagt Valter und zeigt ein paar gelungene Beispiele auf seinem Laptop.

Valtografie

Dieses Jahr will er sich einem neuen Projekt widmen, mit dem er vergangenes Jahr begonnen hat. Er nennt es „Valtografie“, und die Ähnlichkeit des Begriffs mit seinem Namen ist kein Zufall. Valter zerknüllt dafür sehr viele kleine Papiere und bringt sie in verschiedenen Tönen auf eine Fläche, und zwar so, dass ein Gesicht entsteht. Das Gesicht ist aber nur zu erkennen, wenn man das Bild mit einigem Abstand betrachtet. „Diese Technik ist mir irgendwann eingefallen“, sagt er, „und nun werde ich verstärkt daran arbeiten.“

Valter bezeichnet sich als Jäger und Sammler. Wie viele Künstler ist er immer auf der Suche nach Motiven, die Kamera ist ständiger Begleiter, vor allem im Urlaub. Valter ist gerne in Afrika und Asien unterwegs. Ein Teil der Bilder, die er jüngst in einer afrikanischen Wüste gemacht hat, hängen noch bis Ende Januar in der Gürzenicher Galerie.

Am Tag, als Valter seine Bilder auf dem Laptop zeigt, ist es winterlich grau, kein Licht für Künstler. Abends, wenn es dunkel wird und künstliches Licht zum Einsatz kommt, könnte es besser werden. Valter arbeitet mit Licht, auch das macht er künstlerisch, schon vor Jahren hat er damit angefangen. Bei „Düren leuchtet“, Anfang November, hat Valter die Bahnunterführung zum Haus der Stadt so mit Licht ausgestattet, dass die sonst trostlose Szenerie ein Stück attraktiver wurde. Valter hat farbige Lichtpunkte gesetzt und versucht, etwas Extravagantes mit einer Video-Installation hinzubekommen.

Leute, die durch den Tunnel gingen, konnten sich an einer Wand selbst beim Gehen beobachten. Beamer warfen Live-Bilder, die Kameras an den Tunneleingängen einfingen, auf eine weiße gekachelte Wand. Das Projekt ist schon wieder beerdigt, weil die Wand nach wenigen Tagen beschmiert war und zu vermuten war, dass weder Kameras noch Beamer lange unbeschädigt an ihrem Platz gehalten hätten. Stichwort: Vandalismus.

Vielseitig

Valter vergleicht sich manchmal mit einem Baum, der viele Äste hat. Jeder Ast steht für eine andere Kunstrichtung, die er verfolgt. Fotokünstler, Lichtkünstler: Das ist das eine. Musiker: Das ist das andere. Seit zehn Jahren spielt er mit seinem Partner, sie sind „Man in the Crowd“ und wollen ihr Jubiläum dieses Jahr feiern. Valter zieht einen Vergleich zwischen einem guten Musikstück und einem guten Foto: „Wenn du es schaffst, mit einer billigen Gitarre am Lagerfeuer die Leute zu berühren, ist es ein gutes Stück.“ Und Fotos? „Wenn der Blick länger als zwei Sekunden haftenbleibt, ist das Bild gut.“ Zwei Sekunden sind viel angesichts der Bilderflut, die sich tagtäglich breit macht.

Seine Sicht der künstlerischen Dinge gibt Valter weiter, in Schulen und als Dozent an der Heimbacher Kunstakademie. Er tanzt auf vielen Hochzeiten, „Kreativität kann man nicht einfach so abstellen“, sagt er. Seine vielseitigen Interessen seien „Fluch und Segen“. Manchmal fragt er sich: „Wann soll ich das alles machen?“

Er klappt seinen Laptop zu. An den Wänden der Galerie hängen seine Fotos, ansprechende Bilder, proportioniert, mit einem klaren Aufbau. Vielleicht werde er mal ein Buch schreiben, sagt Valter, er hätte da ein paar Ideen. Er will noch nicht darüber sprechen. Zukunftsmusik. Die Melodie hat er im Kopf, die Bilder zu den Texten bestimmt auch. Er hat seine Hobbys zum Beruf gemacht. Valter sagt, man brauche ein gewisses Urvertrauen. In sich selbst, in seine Kunden. Er scheint es zu haben, das strahlt er aus, nicht nur, aber auch mit seinen engagierten Gesten.

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