Foto-Künstler unterstützen den Kampf gegen Missbrauch

Von: Dietmar Engels
Letzte Aktualisierung:
5403603.jpg
Die Künstler Jo Stein und Cem Bayoglu (Mitte, von links) unterstützen das Migrantinnen-Netzwerks gegen häusliche Gewalt. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins ist Dr. Jadigar Kesdogan (7.v.l.). Foto: Dietmar Engels

Düren. Unerwartete, aber sehr willkommene Unterstützung bekommt der Dürener Förderverein „Goldrute“ von zwei Künstlern. Der Fotokünstler Jo Stein aus Langerwehe bindet das Migrantinnen-Netzwerk gegen häusliche Gewalt in seine Kunstaktion „Welche Farbe hat Missbrauch?“ ein. Auch der prominente türkische Fotograf Cem Bayoglu macht bei der Kooperation aktiv mit.

Bayoglu reiste eigens aus Izmir an, um mit den aktiven Frauen des Netzwerkes zu sprechen und ihnen seine Hilfe beim Kampf gegen Gewalt in Migrantenfamilien anzubieten. „Goldrute“ ist eine Gruppe von Frauen aus verschiedenen Ländern und Kulturen.

Ihr Ziel ist es, Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, zur Seite zu stehen. Durch Information und Begleitung helfen die Betreuerinnen betroffenen Frauen, neue Perspektiven für sich und ihre Kinder zu schaffen.

Cem Bayoglu hat eine Fotoserie geschaffen, die auf sehr ausdrucksstarke Weise das Leid von misshandelten Frauen deutlich macht. Der Künstler hat diese Bilder dem Verein „Goldrute“ für seine Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. Er hält es für eine „sehr gute Sache“, den Kampf gegen Missbrauch in jedweder Form mit künstlerischen Beiträgen zu verbinden.

Diese Zielrichtung verfolgt auch Jo Stein: „Zwar wird auf dem Feld von Gewalt und Missbrauch nicht wirklich etwas verändern können. Wenn es uns aber gelingt, auch nur wenige Menschen zu bewegen, sich Gedanken zu machen oder gar zum Eingreifen zu bringen, dann haben wir schon sehr viel erreicht.“

Die Frauenärztin Dr. med. Jadigar Kesdogan, Vorsitzende des Migrantinnen-Netzwerks, bedankte sich beim Besuch von Cem Bayoglu und Jo Stein sehr herzlich für deren zugesagte Unterstützung. Der gemeinnützige Verein sei auf ideelle und vor allem auch materielle Hilfen angewiesen, um wirksam arbeiten zu können.

Zwar sei die Betreuungsarbeit an sich ehrenamtlicher Natur, doch müssten aber zum Beispiel Aufwendungen der Helferinnen in angemessener Weise vergütet werden. Bisher wurde das von der Evangelische Gemeinde ins Leben gerufenen Migratinnen-Netzwerk aus Mitteln des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gefördert worden. Diese „Anschubfinanzierung“ ist aber jetzt ausgelaufen. In Form eines gemeinnützigen Vereins soll die Arbeit fortgeführt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert