Düren - Fluglärm sorgt für Beschwerden

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Fluglärm sorgt für Beschwerden

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Nach dem Empfinden der Bevölkerung hat der Fluglärm in Eschweiler über Feld im vergangenen halben Jahr zugenommen. Foto: Jörg Abels

Düren. Über mangelndes Interesse der Bevölkerung konnten sich Ratsmitglied Dr. Timo Czech und Ortsvorsteher Josef Meuser nicht beklagen: Zu der von ihnen organisierten Bürgerversammlung zum Thema Fluglärm, waren rund 100 Einwohner von Eschweiler über Feld ins Jugendheim in der Josefstraße gekommen.

Die Organisatoren stellten klar, dass die Veranstaltung sich nicht gegen das Geschwader oder die Bundeswehr richte. Vielmehr sei man sehr froh, dass der Bundeswehrstandort im Zuge der Bundeswehrreform erhalten geblieben sei.

„Im Geiste guter Nachbarschaft wollen wir aufkommende Probleme in einem frühen Stadium gemeinsam besprechen und nach Lösungs- und Verbesserungsmöglichkeiten suchen“, sagte Czech. Er machte deutlich, dass der Fluglärm nach dem Empfinden der Bevölkerung in den letzten sechs Monaten stark zugenommen habe und man die Ursachen hierfür verstehen und gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen möchte.

Diesem Ansinnen gegenüber zeigten sich der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“, Oberst Andreas Hoppe, und Thomas Metz von der Bezirksregierung Köln sehr aufgeschlossen. Hoppe erläuterte, dass der Eurofighter nicht lauter sei als das Vorgängermodell Tornado. Die andere Wahrnehmung der Bevölkerung sei aber sehr wohl nachvollziehbar, da der Eurofighter Geräusche einer sehr viel höheren Frequenz erzeuge, die störender wahrgenommen würden.

Für viele war auch die Information überraschend, dass die teilweise in Nörvenich stationierten so genannten Alarmrotten heutzutage vor allem zivilen Flugzeugen in Luftnotlagen zu Hilfe eilten. Dies geschehe deutschlandweit etwa 30 bis 40 Mal pro Jahr. Diese Starts und auch die Übungen dafür finden oft mit dem so genannten Nachbrenner statt, um die Flugzeuge besonders schnell an den Einsatzort zu bekommen. Das macht viel Lärm, ist aber unvermeidbar.

Im Rahmen einer „Selbstbeschränkung“, habe das Geschwader Platzöffnungszeiten festgelegt, welche den rechtlich zulässigen Rahmen deutlich unterschreiten. So werde im Regelfall morgens erst ab 8 Uhr geflogen, eine Mittagspause von 12 bis 13.30 Uhr eingehalten und abends sei selbst bei Nachtflugübungen spätestens um 22 Uhr Schluss.

Dass dies der Bevölkerung nicht genügt, dafür zeigte der Oberst Verständnis. Er berichtete, dass er sich selbst während einer Startphase „seiner“ Flugzeuge einmal mitten in den Ort Eschweiler über Feld gestellt habe, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. „Ich habe Verständnis für die Wahrnehmung des Lärms durch die Bevölkerung, und deshalb ignorieren wir diese auch nicht. Im Gegenteil, wir prüfen, wie wir durch eine Änderung unserer Abflugverfahren eine Verbesserung erreichen können, ohne dadurch in diesem dicht besiedelten Gebiet andere zu belasten oder nicht vertretbare Risiken einzugehen“, führte der Oberst aus.

Die Bezirksregierung Köln ist für die so genannten „Lärmschutzzonen“ zuständig. Diese sind vor einem Jahr neu festgelegt worden und wurden gegenüber den früheren Zonen deutlich verkleinert. Eschweiler über Feld liegt in der Neuregelung komplett außerhalb der Zonen. Metz erläuterte, dass diese nicht auf Messungen, sondern auf Berechnungen des Landesamtes für Umwelt und Naturschutz beruhen.

Die herangezogenen Daten über Flugbewegungen der Vergangenheit und Prognosen für die Zukunft stammten von der Bundeswehr und der zivilen Flugsicherung. In der Konsequenz besteht derzeit in Eschweiler über Feld kein Anspruch auf Zuschüsse für lärmmindernde Maßnahmen wie etwa Schallschutzfenster, andererseits bestünden auch keine Baubeschränkungen und besondere Genehmigungsvorbehalte, welche üblicherweise mit den Lärmschutzzonen verknüpft sind.

„Für uns alle war dies eine sehr informative Veranstaltung, die sowohl den Besuchern als auch den Vortragenden einen erheblichen Erkenntnisgewinn gebracht hat. Besonders toll ist, dass wir sehr konstruktiv diskutiert haben und tatsächlich Lösungsansätze da sind, die wir nun gemeinsam weiter verfolgen werden, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen“, so das Fazit von Czech.

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