„Fliegende Kisten” mit verblüffenden Fähigkeiten

Von: Anneliese Lauscher
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Jürgen Sarlette (r.) und Achi
Jürgen Sarlette (r.) und Achim Schneider freuten sich über die rege Beteiligung an den Modellflug-Tagen. Die „Stearman” war ein Star. Foto: ale

Hürtgenwald-Kleinhau. Zwischen Kleinhau und Schafberg sah man am Wochenende viele Menschen, die den Kopf in den Nacken legten und zum Himmel schauten; sie verfolgten die Flüge und Kapriolen von Modellflugzeugen.

Die „Hürtgenwalder Modellflugtage 2012” lockten viel Fachpublikum an, aber zur Freude der Veranstalter fanden auch sehr viele Zuschauer den Weg zur Fluganlage, die bisher wenig über Modellflug wussten und sich das spannende Geschehen einmal angucken wollten. Da staunten sie über die Vielfalt der Modelle und deren verblüffende Fähigkeiten.

Vom kleinen Segelflieger bis zum Doppeldecker waren die Schätze auf der Wiese des Vereinsgeländes ausgebreitet, man konnte sie zunächst voller Bewunderung am Boden betrachten - denn sie wurden alle von Hand gemacht und sind Miniaturausgaben von echten Fliegern. Dann sah man sie fliegen, und der Laie war sprachlos.

45 Mitglieder zählt der Modellflugverein Hürtgenwald e.V.. Im Jahre 2014 wollen die Mitglieder das 40-jährige Bestehen feiern. Sie kommen aus Hürtgenwald, aus Langerwehe, Gressenich, Stolberg und Düren. Ihre Leidenschaft ist der Nachbau von Flugzeugen, hierfür gibt es Pläne, manchmal sind auch Fotos hilfreich, man tauscht Erfahrungen aus, und man findet Bauanleitungen im Internet.

Meistens aus Holz

Die meisten Modelle werden aus Holz detailgetreu gebaut und auch in den gleichen Farben lackiert wie das Original. Und wenn das liebevoll und zeitaufwendig konstruierte Modell dann auch noch richtig fliegt, geraten die Fachleute ins Schwärmen.

Die „Stearman” beispielsweise, die Achim Schneider gebaut hat, wurde bei den Hürtgenwalder Modellflugtagen geradezu ehrfürchtig betrachtet. Sie wurde einem Schulflugzeug der US-Army nachgebaut, sieben Monate hat Achim Schneider daran gearbeitet. Sie besteht überwiegend aus Holz, ist mit Gewebefolie bespannt und in Gelb und Blau lackiert. Ihr Gewicht beträgt 20 Kilogramm, und ihr 15,5-PS-Motor ist so stark, dass sie senkrecht nach oben starten könnte.

„Das Ding steht im Original in Merzbrück”, sagt der passionierte Modellbauer stolz. Einer Demonstration, wie die Stearman einen Segler hochzieht, der sich in 250 Meter Höhe ausklinkte, die Thermik nutzte und noch eine ganze Weile weiterflog, während die Stearman herabsauste und elegant landete, schauten die Zuschauer gebannt zu, und es gab begeisterten Applaus. Das war schon was für Fortgeschrittene! Jürgen Sarlette, der Vorsitzende des MFV Hürtgenwald, erläuterte: „Der Wind hier oben ist für die Zuschauer angenehm, doch für den Modellflug kann es kompliziert werden, da er von der Seite weht.”

Jürgen Sarlette weist darauf hin, dass der Verein sich intensiv um den Nachwuchs kümmert. Zurzeit sind zehn Kinder und Jugendliche dabei, die Grundbegriffe des Modellflugs kennenzulernen.

„Es gibt Anfänger-Modelle, und wir haben ein Schüler-Lehrer-System, das bedeutet, dass ein erfahrener Modellflieger anfangs immer in die Steuerung des Schülers eingreifen kann”, macht er Neulingen Mut, einmal reinzuschnuppern. Zum Einstieg in dieses Hobby muss man anfangs etwa 300 Euro in die Ausrüstung investieren.
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