Fit machen für´s eigene Geld

Von: Anja Klingbeil
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Mit Taschengeld lernen Kinder den richtigen Umgang mit ihren Finanzen: Uber dieses Geld sollten sie auch frei verfügen können. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wer Geld hat, der redet meist gerne darüber. Wer Schulden hat, tut das in den seltensten Fällen. Die Scham ist groß. Schulden sind ein Tabu-Thema. Dabei hat die Verschuldung, besonders bei jungen Familien, in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen.

„Aber die Familien, die dieses Problem betrifft, outen sich sehr ungerne”, sagt Anke Schmucker, Leiterin der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Schule Edinsonstraße in Köln und Mitglied im Netzwerk „Finanzkompetenz NRW”. Sie hat das Programm „Moki - Money & Kids” mitentwickelt, das vom Verbraucherministerium NRW initiiert wurde.

Wenn Familien kein Geld haben, gibt es zwei Varianten, wie die Betroffenen damit umgehen: Die Kinder wissen um die finanziellen Sorgen ihrer Eltern. Entweder gehen sie damit offen um oder aber sie schämen sich vor ihren Mitschülern. Viel öfter aber komme es vor, dass die Eltern ihr Kind nicht spüren lassen, dass das Geld knapp ist. „Es werden dann leicht Anschaffungen gemacht, die sich die Familie überhaupt nicht leisten kann”, sagt Anke Schmucker. So sei es auffällig, dass die Kinder ein Handy haben, stets die neueste Spielkonsole und einen modernen LCD-Fernseher. „Aber an den elementaren Dingen, etwa regelmäßiges Essen, fehlt es.”

Genau hier setzt „Moki” an. Fortgebildet werden Mitarbeiter der OGS, aber auch Grundschullehrer, wie jüngst in Düren. „Dabei wollen wir den Kindern keine Geiz-ist-geil-Mentalität beibringen. Aber die Verbraucher müssen orientiert sein, was sie sich leisten können und was nicht”, betont Anke Schmucker. Und Verbraucher das sind auch schon Grundschüler. 1,5 Milliarden Euro hat die Gruppe der sechs- bis 13-jährigen im Jahr zur Verfügung. Das sind durchschnittlich knapp 22 Euro Taschengeld im Monat. Kein Wunder also, dass sie als Zielgruppe längst in den Fokus der Werbung gerückt sind. Deshalb wird auch das Thema Werbung und deren oftmals irreführenden Botschaften in „Moki” behandelt.

Taschengeld sollten Kinder mit dem Eintritt in die Schule dennoch bekommen, empfiehlt Anke Schmucker: „Grundschulkinder lernen so den Umgang mit Geld .” Aber das Taschengeld sollte nicht an Leistung gebunden sein. „Schlechte Noten und eine damit einhergehende Kürzung haben keinen kausalen Zusammenhang”, erklärt Anke Schmucker. Mit „Moki” lernen die Mädchen und Jungen spielerisch in fünf Modulen. Wo Geld eigentlich herkommt und was davon alles bezahlt werden muss. „Dass man etwa fürs Wohnen oder für Strom bezahlen muss, ist vielen nicht klar”, erzählt Anke Schmucker. Erklärt werden Preisschilder und wie das so funktioniert mit dem Sparen. Außerdem gestalten sich die Kinder ihren eigenen Tachengeldplaner, einen Haushaltsplan im Kleinen. „Wenn man die Kinder damit infiziert, dann interessiert man auch die Erwachsenen dafür”, ist Anke Schmucker sicher.
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