Düren - Finanzkrise macht Stiftungen zu schaffen

Finanzkrise macht Stiftungen zu schaffen

Von: Margret Vallot
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Finanzkrise macht Stiftungen zu schaffen. Auch in Düren. Foto: DN

Düren. Verschiedene Stiftungen in Düren spüren die Wirtschaftskrise. Sie unterstützen soziale Projekte, kulturelle Initiativen und Bildungseinrichtungen finanziell.

Doch die Förderarbeit wird leiden. Beispielsweise die der Bürgerstiftung, die schon seit 2003 viel Gutes tut. Das Stiftungsvermögen beträgt derzeit 650.000 Euro, berichtet Dr. Gisela Hagenau auf Anfrage. Angesprochen auf die Wirtschaftskrise ist die Vorsitzende der Bürgerstiftung sofort im Bilde. „Ja, das betrifft uns.”

Das Kapital der Bürgerstiftung, das auf verschiedene Banken verteilt ist, brachte in vergangenen Jahren stets um die vier Prozent Zinsen. Jetzt geben die Banken, wie der Schatzmeister der Stiftung Manfred Kronenberg wissen ließ, „bis zu zwei Prozent weniger”. Das bedeutet, dass die Bürgerstiftung nicht, wie letztes Jahr, 25.000 Euro verteilen kann, sondern in diesem und dem nächsten Jahr nur 15.000 Euro. Nebenbei erwähnt: Gemeinnützige Stiftungen dürfen mit dem Geld nicht spekulieren, sie müssen es „mündelsicher” anlegen. So ist in der Wirtschaftskrise wenigstens vom Kapital nichts verloren gegangen.

Das Schenkel-Schoeller-Stift in Niederau wird von einer Anstaltsstiftung betrieben. Von der Wirtschaftskrise sei man „fast gar nicht betroffen”, so Ina Schoeller. Anstaltsstiftungen spüren die Krise kaum, Stiftungen, die mit Zinsen und Dividenden ihre Wohltaten finanzieren, schon eher.

Bereits im 19. Jahrhundert in Düren gegründet wurde die Cäsar-Schoeller-Stiftung. Von ihr werden Einrichtungen unterstützt, die ihrerseits kinderreichen Familien helfen. Das Vermögen sei „um ein Drittel” zurückgegangen, sagt der Vorsitzende der Stiftung, Jochen Schoeller. Statt 12.000 Euro werde man in diesem Jahr nur 9500 Euro an Bedürftige weiterreichen können.

Die Peill-Stiftung, die Stipendien an junge Künstler vergibt sowie einen Preis an Künstler ließ ausrichten: Zu finanziellen Angelegenheiten wolle man sich nicht äußern. Es darf also spekuliert werden, ob diese Stiftung in Zukunft noch so großzügig auftreten kann wie bisher.

Die Stadtverwaltung hat in den 70er Jahren ein Dutzend kleine Stiftungen, die alle ähnliche Ziele haben, zusammengefasst. Die Ausschüttungshöhe richtet sich auch hier nach dem Zinsertrag. Und weil immer aus dem Vor-Vorjahr ausgeschüttet wird, also jetzt aus 2007, „spüren wir dieses Jahr noch keine Auswirkungen”, so Thorsten Fickers von der Kämmerei. Was im Jahr 2011 ausgeschüttet wird, muss noch vom Rat beschlossen werden. Vorgeschlagen sind: 115000 Euro aus dem Wohnungsbaufonds und 127.000 Euro aus dem Sozialfonds

Durchaus optimistisch

Bei der Sparkasse Düren gibt sich ihr Sprecher Dirk Hürtgen für 2009 optimistisch. 2009 werde sowohl die Jugend- und Sportstiftung, als auch die Kultur- und Naturstiftung mehr ausschütten als im Jahr 2008. Statt knapp 49.000 Euro ist die erste Stiftung jetzt mit 58.831 Euro dabei. Und die Kultur- und Naturstiftung schüttet statt 88.500 demnächst 106.155 Euro aus. Bei den Ausschüttungen ab 2010 „muss allerdings in der Tat damit gerechnet werden, dass die Zinserträge geringer ausfallen”, teilte Hürtgen mit. Genaue Prognosen seien nicht möglich. In dieser Angelegenheit habe sich der Vorstand bereits zu einer Sondersitzung getroffen.
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