Radarfallen Blitzen Freisteller

Feuer am Mehrfamilienhaus gelegt: Haft für junge Frau

Von: Hartmut Prüss
Letzte Aktualisierung:
Symbol Justiz Gericht Richter Recht Justitia Justizbeamter Urteil Anwalt Prozess Verhandlung dpa
Eine 24-jährige Frau wurde jetzt vor dem Dürener Schöffengericht verurteilt, weil sie an einem Sechs-Familien-Haus Feuer gelegt hatte, in dem die neue Partnerin ihres Lebensgefähren wohnte. Symbolfoto: dpa

Düren. Krankhafte Eifersucht, Wut und Enttäuschung haben eine 24-jährige Frau vor das Dürener Schöffengericht gebracht. Sie hatte am Balkon eines Sechs-Familien-Hauses Feuer gelegt. Wegen versuchter gefährlicher Brandstiftung wurde die junge Dürenerin zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Am 10. Dezember 2013 hatte die Frau gegen 23 Uhr mit ihrem Feuerzeug eine Dekorationsblume aus Plastik angezündet und auf den Balkon einer Wohnung an der Rütger-von-Scheven-Straße geworfen. Dort wohnte eine Frau, mit der ihr Lebensgefährte eine Beziehung begonnen hatte. Die Flammen breiteten sich schnell aus und vernichteten unter anderem ein Kinder-Dreirad aus Kunststoff.

Weinend gestand die junge Frau, dass sie dies nicht gewollt habe. Sie habe lediglich Aufmerksamkeit gesucht. Sie habe es nicht verwunden, dass ihr Freund an jenem Abend die gemeinsame Wohnung verlassen habe, obwohl man tagsüber noch zusammen Wein getrunken und Amphetamin konsumiert habe. Sie sei sicher gewesen, dass der 25-Jährige zu seiner neuen Freundin gegangen war, was ihren Frust noch verstärkte. Daraufhin habe sie in einem Supermarkt eine Flasche Wodka gekauft und im Laufe des Abends halb leer getrunken.

An zeitliche Abläufe konnte sich die 24-Jährige nicht mehr erinnern, wohl aber an die Situation vor dem Haus. Zunächst wollte sie nach eigenen Angaben nur die Nebenbuhlerin zur Rede stellen. Nachdem aber niemand geöffnet hatte, habe sie die besagte Deko-Blume angezündet.

Als sich das Feuer schnell ausbreitete, habe sie erneut an der Haustür geklingelt und geklopft. Schließlich sei ihr Ex-Partner aus der Wohnung gekommen und habe das Feuer auf dem Balkon entdeckt. Mit einem Topf Wasser, dem Inhalt einer Wasserflasche und ein paar beherzten Tritten mit den Schuhen habe er den Brand löschen können.

Dass dies ein riesiges Glück für die Bewohner des Sechsfamilienhauses war, machte vor dem Gericht ein Gutachter für Brandursachen deutlich. Nach seiner Erfahrung hätten die Flammen auf dem Balkon innerhalb von acht bis zehn Minuten die Wärmedämmung der Fassade in Brand setzen können, was sehr leicht zu einem Inferno hätte führen können.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft warf der Angeklagten vor, eine Ausbreitung des Brandes auf das gesamte Gebäude billigend in Kauf genommen zu haben.    

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christine Pinkpank verurteilte die 24-Jährige schließlich wegen versuchter gefährlicher Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Vollstreckung wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Zu den Auflagen gehören unter anderem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie eine Therapie, um das Thema Alkohol und Drogen in den Griff zu bekommen. Das Urteil ist  rechtskräftig.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert