Nideggen - Fernöstliche Heilkunst wird in Nideggen gelehrt

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Fernöstliche Heilkunst wird in Nideggen gelehrt

Von: Bruno Elberfeld
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Nadeln gegen Schmerzen: Dr. Thomas Schockert lehrt YNSA.
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Zielgebiet Kopf: Die Schädelakupunktur kann bei Schmerzen, Lähmungen und in Notfällen für Hilfe sorgen. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Bei Akupunktur denkt man im Allgemeinen an ein uraltes Verfahren der chinesischen Heilkunst, bei dem durch das Einstechen mit feinen Nadeln in den Körper Schmerzlinderung und Heilung erwartet wird. Zielpunkt der Nadel ist meist die schmerzende Stelle.

Vor vier Jahrzehnten hat sich zu dieser traditionellen chinesischen Akupunktur eine neue Form gesellt. Es ist die „Yamamoto New Scalp Acupunkture (YNSA)“, ins Deutsche mit „Yamamotos Neue Schädelakupunktur“ übersetzt. Dr. Toshikatsu Yamamoto, Facharzt für Anästhesie, Chirurgie und Gynäkologie, hatte bei Untersuchungen seiner Patienten immer wieder festgestellt, dass bei Fingerdruck am Kopf andere Körperregionen – oft schmerzhaft – reagierten.

Die folgerichtige Überlegung: Im Schädelbereich sind alle Meridiane gebündelt, die den Körper durchlaufen. Somit kann man auch dort an bestimmten Punkten Nadeln setzen und nicht nur an den betroffenen Körperstellen.

Drei Arten der Diagnose

Der Nideggener Arzt Dr. Thomas Schockert ist einer von drei Medizinern in Deutschland, denen Dr. Yamamoto persönlich die „Weiterbildungsermächtigung“ übertragen hat. Er erläutert die Besonderheiten einer Schädelakupunktur.

„Es gibt drei Arten der Diagnose: die Arm-, Bauchdecken- und Halsdiagnose. Durch druckempfindliche Punkte in diesen Bereichen kann der Behandler feststellen, wo das Übel sitzt. Der Vorteil ist, dass man durch erneuten Druck nach dem Setzen der Nadeln am Bauch, am Arm oder am Hals sofort feststellen kann, ob sich im Befinden des Patienten etwas geändert hat.“ Schnell erfahre der Therapeut, ob er mit der Nadel die richtige Stelle getroffen hat, erklärt der Arzt. Diese schnellen Reaktionen werden als „Sekundenphänomene“ bezeichnet.

Für Schockert, der seinem Lehrmeister viele Male begegnet ist, ist es nur konsequent, dass dieser eine erfolgreiche Behandlungsmethode erfunden hat. „Dr. Yamamoto“, so schwärmt der Arzt, „behandelt seine Patienten mit großer Empathie. Er kommt ihnen nah und erspürt ihre Krankheiten.“ Yamamoto sei ein großer Arzt mit einer großen Wertschätzung für den Leidenden, ergänzt der Nideggener Therapeut.

Yamamoto, der vor 50 Jahren eine Weile an der Universitätsklinik Köln gearbeitet hat, lehrte die neue Methode in Japan und verbreitete sie nach und nach über den Globus. Im Fokus der Behandlung stehen Schmerzen des Bewegungsapparates, neurologische Schmerzen, insbesondere Lähmungen nach Schlaganfall.

In Notfallsituationen wie Luftnot, Epilepsie und Bewusstlosigkeit sind die Nadeln eine schnelle Hilfe. Auch bei Tinnitus zeigt die Schädelakupunktur wirksame Reaktionen. Die YNSA wird noch nicht an vielen Instituten und Hochschulen gelehrt. Im brasilianischen Sao Paulo gibt es an der Universitätsklinik eine eigenständige Abteilung für YNSA.

An der „Harvard Medical School“ in Boston ist YNSA ordentliches Lehrfach. In Deutschland lehrt sie seit Jahren Dr. Schockert an der Privatuniversität Witten-Herdecke. In Brasilien werden die Behandlungskosten sogar von den Krankenkassen übernommen.

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