Ferienspiele: 120 Kinde und ein Hotel für Insekten

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Betreuer Peter zeigt Jonas, Karla und Malte, wie die einzelnen Zimmer im Insektenhotel hergerichtet werden sollten. Foto: Daniela Martinak

Lüxheim. Moos, Stroh und kleine Steine, dünne Äste, dicke Scheiben von Holzstämmen und Kaninchendraht – wie die Wiesel flitzen die Kinder über die Wiese des Lüxheimer Sportplatzes und holen alles, was Betreuer Peter Failing ihnen zuruft und dort bereit gelegt hat.

Der Betreuer hat inzwischen zu Säge, Hammer und Nagel gegriffen und baut schon mal die Außenfassade.

Zuerst ist überhaupt nicht zu erkennen, was letztendlich aus all den Materialien werden soll. Doch plötzlich ruft Malte: „Das wird ein kleines Häuschen.“ Und nach dem Failing den Rabauken erklärt hat, dass es ein „Häuschen“ für ganz viele unterschiedliche Insekten wird, sind die Kinder mit Feuereifer dabei.

„Der Bau des Insektenhotels ist der Renner für die Kids“, sagt Harald Krug, der Jugendbeauftragte der Gemeinde Vettweiß. Seit 14 Jahren veranstaltet der Sozialarbeiter die Ferienspiele und das 15-köpfige Betreuerteam lässt sich Jahr für Jahr andere Bastelangebote und Ausflugsziele für die insgesamt 120 Teilnehmer einfallen. Zwei Maßnahmen á anderthalb Wochen mit je 60 Kindern „das heißt schon was. Da ist Kreativität gefragt“, erklärt Krug.

Jedes Jahr in einem anderen Ort, müssen sich die Betreuer und natürlich auch die Teilnehmer auf andere Gegebenheiten einstellen, denn: Schließlich ist beinahe jedes Dorf der Gemeinde Vettweiß einmal an der Reihe. Die Anmeldungslisten sind ruckzuck voll und viele Teilnehmer sind schon Jahrelang dabei.

Die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren schätzen aber nicht nur die abwechslungsreichen Angebote. „So lernt man auch mal Kinder aus den Nachbarorten kennen und verliert sich auch in den Ferien nicht aus den Augen“, bemerkt Jonas. Auch er ist ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, ein Hotel für Ameisen, Bienen, Käfer und Co zu bauen. Es soll übrigens ein Geschenk für die Dorfvereine, die das Ferienspieleteam so tatkräftig unterstützen und die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben sein, und bald vor der Bürgerhalle einen Platz finden.

Die anderen Kinder erzählen derweil von Tagestouren nach Bubenheim „wo wir mit den Fahrrädern hingefahren sind“, von Ausflügen an den Blauen See bei Langenbroich und von erfrischenden Neffelbachwanderungen. Bastelangebote, Spiele, ein leckeres Mittagessen und ein reichhaltiges Kuchen- und Plätzchenbuffet stehen täglich auf dem Programm.

Besonders beeindruckt ist das Betreuerteam in diesem Jahr von „der Wirtschaftlichkeit der Kinder“, wie Krug es schmunzelnd ausdrückt. Denn beim Budenbau im Wald wird mit Nägeln gehandelt, die schließlich nötig sind, um die Bretter aneinander zu hämmern.

Neben den Lagern für die einzelnen gebildeten Gruppen steht übrigens auch ein Kaffeehäuschen, in dem „Nageltee“ angeboten wird und ein Massagesalon für die Betreuer.

„Hier geht es allen gut. Wir versorgen die Kinder und sie tun uns gut“, versichert der Initiator der Ferienspiele. Nachtwanderungen und Zeltlager gehören ebenfalls zum festen Programm dazu.

Und die Kinder schlafen in der Obhut ihrer „Lieblinsgbetreuer“ noch mal so gut. Bleibt zu hoffen, dass das die Insekten, die sicherlich bald in das Hotel einziehen werden, genauso sehen.

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