Niederzier/Düren - Feinstaubbelastung im Tagebau bei Niederzier an 23 Tagen zu hoch

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Feinstaubbelastung im Tagebau bei Niederzier an 23 Tagen zu hoch

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:

Niederzier/Düren. Die Feinstaubbelastung in Niederzier bleibt hoch. Nur noch zwölf Tage - dann ist der Grenzwert für dieses Jahr erreicht. Wie mehrfach berichtet, hat die Europäische Union strenge Grenzwerte für die Belastung mit Feinstaub (PM 10) festgesetzt.

Nur noch 35 Mal im Jahr darf der höchstzulässige Wert von 50 Mi-krogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft überschritten werden. In den Jahren 2004 (48 Überschreitungen) und 2005 (42) konnte der Wert nicht eingehalten werden. Im Rahmen eines Aktionsplanes wurden daraufhin Feinstnebelkanonen im Tagebau installiert, die Bandanlagen wurden regelmäßig gereinigt. In den Folgejahren konnte der Grenzwert tatsächlich knapp eingehalten werden.

Doch 2009 ist dies für Niederzier jetzt schon fraglich. Bislang wurden bereits 23 Überschreitungstage registriert. Und die Wintertage mit austauscharmer Wetterlage kommen erst noch. „Zur Entwarnung besteht kein Anlass”, fürchtet Dirk Jansen, NRW-Geschäftsstellenleiter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Sollten die Grenzwerte nicht eingehalten werden können, ergibt sich die gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Luftreinhalteplanes. Die Bevölkerung hat einen Rechtsanspruch auf saubere Luft!”, so Jansen beim Ortstermin in Niederzier.

Zwischen zwei Tagebauen sei Niederzier besonders betroffen, betonte Wolfgang Schäfer. Der BUND fordert deshalb, einen Luftreinhalteplan für das gesamte Braunkohlenrevier. Jansen: „Alles muss auf den Prüfstand.” Notfalls müsse man bei bestimmten Wetterlagen den Betrieb in Tagebauen und Kraftwerken völlig einstellen. Feinstaub sei eine tödliche Gefahr: „In NRW sterben jährlich etwa 12.600 Menschen wegen der hohen Feinstaubbelastung vorzeitig.”

An Herzinfarkt, Lungenkrebs oder Parkinson. Jansen: „Jedes Partikelchen kann schon eines zu viel sein.” Dass der Tagebau einer der Hauptverursacher der hohen PM 10-Belastung ist, zeige sich im Vergleich zur Messstation in Düren auf der Schoellerstraße, so Oliver Krischer (Grüne). Obwohl es sich um eine sehr stark befahrene Straße handele, habe man hier erst 12 Überschreitungstage registrieren müssen.
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