Niederzier - Feinstaub: Grünen-Politikerin fordert Konsequenzen

Feinstaub: Grünen-Politikerin fordert Konsequenzen

Von: oha
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Sonnenuntergang über dem Tagebau: Das Licht ändert aber nichts daran, dass Feinstaubwerte in die Höhe schnellen. Foto: Ingo Latotzki

Niederzier. Die Vorsitzende der Grünen-Kreistagsfraktion, Verena Schloemer, fordert, alle staubträchtigen Aktivitäten in den Tagebauen Inden und Hambach sofort einzustellen. Hintergrund: Die Belastung der Region mit Feinstaub in der Luft ist extrem hoch. Nachdem am Mittwoch an der Messstation in Niederzier ein Spitzenwert von 151 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft (erlaubt sind 50 Mikrogramm) gemessen wurde, waren es am Donnerstag 112 Mikrogramm.

„Derzeit herrscht hierzulande eine Inversionswetterlage. Über der bodennahen kalten Luft liegt eine Warmluftglocke, die den normalen Luftaustausch unterbindet. Dadurch wirkt sich die Feinstaubaustragung aus den Tagebauen von RWE Power fatal aus“, sagt Verena Schloemer. Solange dieses Wetter anhalte, müsse RWE alles tun, um den Feinstaub zu minimieren, so die Grünen-Politikerin. „Feinstaub gefährdet die Gesundheit.“

„Wir haben fast jedes Jahr um diese Zeit diese extreme Wetterlage“, verweist André Bauguitte, Sprecher von RWE Power, darauf, dass momentan fast absolute Windstille herrsche. So komme es zu hohen Feinstaubwerten, die allerdings nicht nur im Tagebau entstünden. „Die Hintergrundbelastung ist nicht zu unterschätzen .

Selbst wenn der Tagebau stillgelegt würde, wären die Werte nicht viel besser.“ RWE sei bemüht, die im Luftreinhalteplan, der am 1. Januar in Kraft getreten ist, empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Aber die Bedüsung der Transportbänder mit Wasser beispielsweise sei bei Frosttemperaturen kaum zu machen. Lege man die Kohleförderung still, führe dies zu einem Versorgungsengpass mit Energie, betont Bauguitte.

„Wir haben momentan einen Energiebedarf mit täglichen Spitzenwerten bis zu 80.000 Megawatt. Dazu steuern die erneuerbaren Energien nur rund 3000 bis 4000 Megawatt bei.“ Lege man die Tagebaue still, säße die Bevölkerung bald im Kalten und im Dunkeln.

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