„Feind ist, wer anders denkt”: Stasi-Ausstellung im Rathaus

Von: wam
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Bürgermeister Paul Larue, Uta
Bürgermeister Paul Larue, Uta Leichsenring, Stefan Kesting, Ministerin Ute Schäfer und Liesel Koschorrek bei der Ausstellungseröffnung „Feind ist, wer anders denkt”. Foto: Sven Wamig

Düren. „Feind ist, wer anders denkt”, so lautet der Name der Ausstellung, die vom 10. bis zum 23. November im Dürener Rathaus gezeigt wird. Die Ausstellung informiert über die Funktion des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR und wurde am Donnerstag im Foyer des Rathauses eröffnet.

Bürgermeister Paul Larue war froh, Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW begrüßen zu können.

In seiner Eröffnungsrede beglückwünschte er außerdem Stefan Kesting, der bei der VHS in Düren arbeitet und sich bemüht hatte, die Ausstellung nach Düren zu holen. Selbst der Zeitpunkt der Ausstellung ist nicht ganz unbeabsichtigt gewählt, denn passend zum 16. November 1944, dem Tag, an dem Düren fast vollständig zerstört wurde, soll die Ausstellung daran erinnern, was eine Diktatur zur Folge hat und das Verständnis der Menschen und insbesondere der jungen Leute dahingehend sensibilisieren, dass man die Geschichte von Kontrolle und totaler Überwachung nicht vergisst.

Ebenfalls anwesend war Uta Leichsenring, die ehemalige Polizeipräsidentin von Eberswalde, die maßgeblich an der Auflösung der Potsdamer „Stasi” beteiligt war und damals organisierte Bürgerbewegungen gegen das MfS leitete. Ministerin Ute Schäfer richtete einige Worte des Dankes an die Gäste und Organisatoren und erläuterte den Anwesenden die Hintergründe und Ziele der schon mehrfach präsentierten Ausstellung. „Es ist wichtig, dass wir uns erinnern und uns die Unterschiede zwischen Demokratie und Diktatur stets bewusst machen, um unsere Demokratie richtig gestalten zu können”, so die Ministerin. Dazu soll auch diese Ausstellung beitragen und Schäfer ist froh, dass sich „der Wunsch nach Würde und eigenem Denken damals bahngebrochen hat”.

Das Besondere an der Ausstellung ist zudem, dass sie in drei Ebenen gegliedert ist. Dadurch, dass die Täter-Ebene und die Opfer-Ebene sowie eine Zeitleiste separat dargestellt werden, ist es für den Besucher leichter geworden, die Geschehnisse nachzuvollziehen. Besucher können ebenfalls Einsicht in Stasi-Unterlagen erhalten. Insgesamt sind nahezu sechs Millionen Menschen in Stasi-Akten vermerkt, zwei Millionen alleine aus der Bundesrepublik. „Die Staatssicherheit ist also nicht nur ein Problem der DDR, sondern ein gesamtdeutsches Thema”, erklärte Uta Leichsenring.

Für Interessierte ist die Ausstellung von montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, freitags von 9 bis 15 Uhr. Besonders über Anmeldungen von Schülern und Lehrern freuen sich die Veranstalter, denn Ziel ist ebenfalls, die Jugend für dieses Thema zu sensibilisieren.
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