Fast „nackte” Enten machen auf der Rur das Rennen

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Auf die Plätze, fertig los: Viele kleine und große bunte Enten gingen auf ihre Reise über die Rur. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Das Urteil ist vernichtend: „Keine Chance auf den Sieg”, rechnet Richard Müllejans der Gummiente aus, die er so eben angereicht bekommen hat. Das gelbe Quietscheentchen des Friseursalons Andreas Pacuszka ist liebevoll gestaltet worden, trägt eine Perücke, Sonnenbrille, Skier und ist komplett mit einem blauen Überzug bekleidet.

Und genau hier liegt das Problem: „Die nackten Enten haben meist einen leichten Vorteil”, meint Müllejans und der muss es eigentlich wissen. Schließlich ist der Geschäftsführer des Dürener Service Betriebs beim Lions Club Düren-Rurstadt so etwas wie der Herr der Enten, er kennt fast jede der 255 Sponsorenenten und hat zu jedem Tierchen einen flotten Spruch auf den Lippen.

Und natürlich hat Müllejans auch wieder die Moderation des Rennens übernommen. Diese ist bei der fünften Auflage des Entenrennens des Lions Clubs (Schirmherr: Bürgermeister Paul Larue) dank leistungsstärkerer Soundanlage auch weit zu hören und macht aus dem bunten Wohltätigkeitsevent einen wahren Thriller: „Es ist unglaublich, diese Ente liegt auf der Seite. Sie ist offensichtlich verletzt, kämpft sich aber trotzdem an die Spitze”, lässt der DSB-Chef die Zuschauer während des Wettrennens die Rur hinab wissen. Das Rennen bleibt dennoch offen, denn, so Müllejans: „Dieses Rennen wird meistens auf den letzten Metern entschieden.”

Und dann passiert es: „Ein Massensturz! Ein Massensturz! Das ist Wahnsinn!” Wahnsinn - als es in den Schlussspurt geht, greift der Herr der Enten immer häufiger auf dieses Wort zurück: „Es ist Wahnsinn, was sich hier abspielt, ein unbekanntes Talent hat sich an die Spitze gesetzt.” Die Außenseiterin, die schließlich als Erste die 500 Meter lange Strecke zurücklegt, ist die kaum geschmückte Ente der Firma Sanitär und Heizung Ramm. Auch der zweite Platz geht an eine fast nackte Ente (Steuerberater Rick Sistermann). Beim dritten Platz gibt es für Müllejans dann aber noch eine faustdicke Überraschung: Auf das Siegertreppchen geschwommen ist die blaugewandete Ente, der er keine Chance auf den Sieg ausgerechnet hatte. Müllejans: „Ich hatte es nicht für möglich gehalten. Ich glaube ich muss den Friseur wechseln.”

Schön und schnell - es geht also doch! Bronze für eine der besonders schön gestalteten großen Gummienten - das ist Wasser auf die Mühlen von Lions Club-Mitglied Paul Zündorf, der neben Müllejans die Moderation des Rennens am Zieleinlauf übernahm. „Wir veranstalten hier eher einen Schönheitswettbewerb als ein Rennen”, hatte er vor dem Start gesagt. „Es geht weniger ums Gewinnen, sondern vielmehr um Schönheit.”

Mancher Blickfang

Dies hatten sich die meisten Teilnehmer auch zu Herzen genommen und ihre Gummienten liebevoll gestaltet. Es gab jede Menge Blickfänge und witzige Ideen zu bestaunen, etwa die Bäckerente mit Brotkörbchen, eine Ente die - geschmückt mit Rosen - eher einem Blumenstrauß glich oder die zum Storch mutierte Ente, die den Rennnachwuchs in Form kleiner Enten auf dem Rücken trug. Welche die schönste Ente des Rennens war, darüber sollen die Dürener übrigens demnächst abstimmen. Dazu sollen sämtliche Sponsorenenten auf einem Plakat festgehalten werden.

Für den guten Zweck

Neben den originellen Quietscheentchen geht es beim Entenrennen aber natürlich vornehmlich um den guten Zweck. Und der kommt auch in diesem Jahr nicht zu kurz. So soll der Erlös der Veranstaltung an die Christopherus-Schule Düren, die Lebenshilfe e.V. für den Bau einer Blockhütte, die Sportförderung an Dürener Grundschulen, die Sozialarbeit in Düren-Ost sowie den „Feuerwehrfonds” des Lions Club Düren-Rurstadt gehen. Mit den ersten vier Entenrennen haben die Mitglieder des Lions Clubs so schon rund 130 000 Euro für den guten Zweck gesammelt. Den Reinerlös in diesem Jahr schätzt Richard Müllejans auf rund 35 000 Euro (Entenverkäufe und zusätzliche Spenden).

Spieltrieb, Spaß und der gute Zweck formen so erneut eine gelungene Veranstaltung. Über die freute sich auch die amtierende Lions Club Düren-Rurstadt-Präsidentin Kirsten Müllejans: „Ich bin sehr zufrieden mit der Veranstaltung auch weil die Zeit, in der die Enten verkauft werden, immer kürzer wird.” Bereits vor Wochen waren die 3500 kleinen Quietscheentchen, die nach dem Rennen der großen Enten an den Start gingen, ausverkauft.

Bei den Sponsorenenten übertraf man noch einmal die Rekordbeteiligung vom Vorjahr. Das zeige auch die große Hilfsbereitschaft der Dürener: „Die Leute wollen helfen und wir sind froh, dass wir mit dem Entenrennen helfen können”, so die Lions Club-Präsidentin.

„Fantastisch” war das Rennen vor allem auch durch die vielen Zuschauer: Mehrere Tausend dürften das Rennen zwischen Johannesbrücke und Annakirmesplatz verfolgt haben. Kirsten Müllejans: „Das Entenrennen ist einfach ein großer Spaß und macht allen viel Freude.” Das Musical-Wochenende in hamburg im Wert von 1000 Euro ging an die Ente mit der Nummer 2956, das I-Pad an die Nummer 1728, die Heißluftballon-Fahrt an 3365, vier Karten für Borussia Mönchengladbach an die Nummer 0862 und vier Karten für das Phantasialand an die Nummer 2787.
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