Düren - Fanartikel zur WM finden in Düren reißenden Absatz

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Fanartikel zur WM finden in Düren reißenden Absatz

Von: Sandra Kinkel
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Was braucht der WM-Fan? Die Brillen sind zwar schön, trüben aber den Blick aufs Spiel. Foto: dpa
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Schicke WM-Ohrringe sind da viel sinnvoller. Foto: kin

Düren. Die Vorfreude steigt. Donnerstagabend wird die Fußball-WM mit der Partie Russland gegen Saudi-Arabien eröffnet, am Sonntag bestreiten dann „Jogis Jungs“ ihr erstes Spiel gegen Mexico. Die ersten Häuser und Autos in Düren sind schon schwarz-rot-gold geschmückt. Aber was braucht der WM-Fan eigentlich alles für den perfekten Fußball-Abend? Und was bekommt er für maximal 25 Euro? Ein Selbstversuch.

So viel sei vorab verraten: Es gibt dieser Tage alles mit einem Fußball oder der deutschen Fahne oben drauf. In der Süßwarenabteilung der Supermärkte ist kaum eine Verpackung zu finden, die nicht weltmeisterlich dekoriert ist, aber hier kann ich erst zugreifen, wenn von meinen 25 Euro nachher noch etwas übrig ist.

Trotzdem – das Lebensmittelangebot ist riesig. Da sind Amerikaner, die fußballmäßig aufgemotzt wurden: Auf dem Zuckerguss der Sandbrötchen steckt in der Mitte ein Schokoladenfußball, und die Zuckerstreusel sind schwarz-rot-gold.

„Black Beauty“

Auch WM-Brot ist zu haben, Laugenbrötchen, die aussehen wie Mini-Fußbälle, Fleischwurst für Kinder, die ebenfalls das berühmte Fußballmuster hat (weil ein Teil der Wurstmasse dunkler gepökelt wurde), und Schnuller mit kleinen Fußbällen gibt es. In den Eisdielen der Stadt habe ich zwar kein direktes Fußball-Eis entdeckt, aber immerhin die Sorte „Black Beauty“. Das Eis ist so dunkel, dass man sich kombiniert mit Kirsch und Melone den perfekten Deutschland-Becher selbst zusammenstellen kann. Logisch, dass das auch für andere Nationen funktioniert (Pistazie, Joghurt, Himbeere = Italien).

Zurück zu meinem persönlichen Fanoutfit. Ein Original-Trikot der Fußball-Nationalmannschaft gibt es nicht, das kostet schlappe 89,99 Euro und ist einfach zu teuer. Das Fan-T-Shirt (8,99 Euro) tut es auch – egal, dass die Qualität so schlecht ist, dass das Shirt vermutlich keinen Tag länger als die WM überlebt. Schminke (1,98 Euro), Blumenkette, weil das billige T-Shirt dann nicht mehr so auffällt (0,95 Euro), Haarreif mit Hasenohren in Deutschlandfarben (3,99 Euro) müssen auch sein.

Die Irokesen-Perücke ist leider zu teuer (9,99) – und vermutlich auch viel zu warm. Sehr gut gefällt mit auch der kleine WM-Ventilator (4,99 Euro). Ich nehme aber die Schweißbänder (3,99), weil die auch dann funktionieren, wenn die Batterien im Ventilator leer sind. Und Ohrringe für 3,99 Euro. Insgesamt habe ich jetzt 23,89 Euro ausgegeben und fühle mich fanmäßig schon sehr gut ausgestattet – obwohl mir das Megafon für 12,99 Euro auch richtig gut gefallen hat. Andererseits – ich kann auch ohne laut genug brüllen. Am liebsten natürlich für Tore der deutschen Mannschaft.

Von der Fußball-WM profitieren

Jörg Hamel, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren-Köln, sagt, dass bestimmte Branchen sicherlich von der Fußball-WM profitieren. „Der Lebensmittelbereich setzt sehr stark auf die WM und natürlich alle, die Fanartikel verkaufen.“ Anders als früher, als sich viele Leute rechtzeitig zum Fußball-Großereignis mit neuen Fernsehgeräten oder anderen Elektronikartikeln ausgestattet hätten, würde diese Branche heute weniger von der WM profitieren.

Hamel: „Das liegt zum einen daran, dass es nicht mehr so bahnbrechende technische Neuerungen gibt, die man unbedingt für die WM haben muss. Leute, die dennoch jetzt ein neues Gerät kaufen, hätten das sonst zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr gemacht.“ Die WM würde den betroffenen Händlern also eine Sonderkonjunktur verschaffen, die aber dann beim Weihnachtsgeschäft fehlen würde.

„Auf jeden Fall“, sagt Hamel, „ist es wichtig, dass das deutsche Team möglichst weit kommt, damit die Menschen richtig in Fanartikel-Kauflaune kommen. Aber ich glaube nicht, dass der Handel etwas Vergleichbares wie beim Sommermärchen 2006, also der WM in Deutschland, erlebt. Russland ist als WM-Austragungsort umstritten, da sind die Kunden zurückhaltender.“

 

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