Düren - Familienbetrieb Heimbach: 200 Jahre im Buch

Familienbetrieb Heimbach: 200 Jahre im Buch

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
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Das Mariaweiler Unternehmen Thomas Josef Heimbach produziert unter anderem Bespannungen (unser Bild), die in großen Papiermaschinen zum Einsatz kommen. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Dass Unternehmen in der heutigen Zeit ihr 200-jähriges Bestehen feiern können, ist ungewöhnlich. Das Dürener Familienunternehmen Thomas Josef Heimbach konnte das, schon 2011. Ein solcher Geburtstag sei wirklich nicht überall an der Tagesordnung, sagt Peter Michels, Sprecher der Geschäftsführung.

Und deshalb habe sich die Firmenleitung auch entschlossen, die Geschichte des Unternehmens zwischen zwei Buchdeckel zu packen. „Tradition und Fortschritt 1811 - 2011 – 200 Jahre Heimbach GmbH Mariaweiler“ ist das Werk überschrieben. Dazu ist zu lesen: Die Geschichte der Zukunft – um auszudrücken, dass bei aller Historie der Blick auf die Zukunft nicht verstellt ist.

Im Gegenteil: Geschäftsführer Peter Michels kommt im Gespräch zügig darauf zu sprechen, was dem Unternehmen bevorsteht. Der 57-Jährige erwähnt das Projekt „Heimbach 2020“, das beschreibt, wie das Familienunternehmen in sechs Jahren aufgestellt sein möchte. Die 20 ist dabei Programm: 20 Millionen Euro mehr Umsatz werden angestrebt (derzeit liegt er bei rund 163 Millionen), 20 Prozent Kosten sollen reduziert werden. „Wir brauchen Wachstum, um Einbußen in der Papierbranche zu kompensieren“, sagt Michels.

Die Geschäftszweige

Das Traditionsunternehmen produziert Bespannungen für Papiermaschinen. Die Nachfrage nach bestimmten Papieren, etwa für Zeitungen und Zeitschriften, ist rückläufig. Positiv gestaltet sich dagegen das Geschäft für Kartons, da immer mehr Pakete benötigt werden, um Waren, die im Online-Handel ge- und verkauft werden, zu verschicken. Das Unternehmen Heimbach ist auch in der Textilbranche unterwegs und fertigt beispielsweise Fanggurte, die auf Flugzeugträgern landende Düsenjäger vor dem Sturz ins Meer bewahren. Außerdem entwickelt die Firma Filter für Kaffeekapseln.

Angefangen hat alles 1811 mit der Firmengründung durch Thomas Josef Heimbach. Das heute in siebter Generation von externen Geschäftsführern geleitete Familienunternehmen hatte einige stürmische Zeiten und Brüche zu überstehen. Produktionsprozesse veränderten sich und mussten durch Investitionen angepasst werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg etwa waren die Firmengebäude zerbombt, alles musste wieder aufgebaut werden und aufgrund bald folgender technischer Veränderungen musste erneut in andere Maschinen investiert werden.

Die von einer Stuttgarter Spezialagentur erstellte Unternehmenschronik erzählt nicht nur davon, sondern auch von den Gründungen neuer Standorte in Europa oder Asien. Es gab eine Menge an historischem Material, das nicht nur gesichtet, sondern vor allem auch ausgewertet und geprüft werden musste. Schriftstücke und Fotos lagerten in einem lange eher unbeachteten Archivraum, in dem alles abgelegt wurde, was erhaltenswert erschien.

Die Stuttgarter Fachleute begannen sich durch das Dickicht der Heimbacher Firmengeschichte zu wühlen und komprimierten das Material zu einem auch optisch ansprechend gestalteten Buch. „Es ist ein Stück Dürener Industriegeschichte“, sagt Geschäftsführer Michels. Einerseits interessant für Gesellschafter sowie aktuelle und ehemalige Firmenangehörige, andererseits auch für Interessierte und Geschichtsforschende, die mit lokaler Historie befasst sind.

Für Geschäftsführer Michels ist das Buch aber auch eine „eine Erfolgsgeschichte“, allein schon, weil es nur wenige (Familien-)Unternehmen schaffen, sich 200 Jahre am Markt zu behaupten.

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