Düren - Exklusive Führung: In Paris hat er oft nächtelang gezeichnet

Exklusive Führung: In Paris hat er oft nächtelang gezeichnet

Von: Sandra Kinkel
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Gemeinsam mit dem Leopold-Hoesch-Museum hatten die „DN“ zu einer exklusiven Führung für ihre Leser eingeladen. Durch die Ausstellung führte am Mittwochnachmittag Dr. Tina Roßbroich (rechts). Die Teilnehmer haben den Nachmittag in „Dürens Kulturtempel“ sehr genossen. Foto: S. Kinkel
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Ebenfalls im Jahr 1952 hat Ernst Ohst sich selbst gezeichnet. Sein Selbstporträt hat er mit Aquarellfarben gezeichnet.
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Auch die Dürener Annakirmes war ein beliebtes Motiv von Ernst Ohst. Dieses Gemälde, mit Aquarell und Tusche gezeichnet, ist 1952 entstanden.

Düren. Vor 62 Jahren, also 1952, hatte Ernst Ohst seine erste Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum. Erst sechs Jahre zuvor, war der damals 38-jährige, im Krieg schwer verwundete Ohst nach Düren zurückgekehrt.

Die Dürener Industriellen Günther Peill, Armin Renker und Felix Peltzer hatten den Werbegrafiker mit einer Ausstellung „Düren und sein Papier“ für das neu eröffnete Museum beauftragt. Die Schau fand große Beachtung, Ernst Ohst konnte sich wieder mehr auch der freien Malerei widmen.

Im Augenblick hat Ernst Ohst, der vor 14 Jahren verstorben ist, wieder eine Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum. „Unsere Werte. Der Nachlass Ernst Ohst. Städte und Landschaften“ ist die Schau überschrieben, für die in erster Linie Kuratorin Dr. Tina Roßbroich verantwortlich ist. Am Mittwochnachmittag hatten Leserinnen und Leser der „DN“ die Gelegenheit, an einer spannenden Führung durch die Ohst-Ausstellung teilzunehmen.

Bis heute zählt Ernst Ohst ohne Zweifel zu den populärsten Dürener Künstlern. „Ich hätte Ernst Ohst wirklich gerne kennengelernt“, so Tina Roßbroich. „Alle, die ihn gekannt haben, beschreiben ihn als humorvollen Menschen mit einem rheinischen Naturell.“

Schon als Kind hat Ernst Ohst sich für das Zeichnen interessiert, eigentliche wollte er Biologie- und Zeichenlehrer werden. Wegen der Arbeitslosigkeit des Vaters musste Ohst das städtische Realgymnasium verlassen und begann eine kaufmännische Lehre. „Das hat ihm keinen besonderen Spaß gemacht“, so Dr. Tina Roßbroich. „Aber wegen seines Geschicks konnte er schnell in die Werbeabteilung wechseln.“ Später konnte Ohst auch von seiner Kunst leben.

Heimweh nach Düren

Ernst Ohst war sehr heimatverbunden. Bester Beweis dafür ist die Tatsache, dass er 1946 aus Cloppenburg ins total zerstörte Düren zurückgekommen ist – und Frau und Kind in Norddeutschland zurückgelassen hat. So groß war sein Heimweh. Erst als er sein Elternhaus wieder aufgebaut hat, holte er seine Familie an die Rur.

Ohst war aber auch – und das war für die damalige Zeit doch sehr ungewöhnlich – jemand, der gerne reiste. Dr. Tina Roßbroich: „Drei bis vier Mal im Jahr war Ernst Ohst in ganz Europa unterwegs. Man muss bedenken, dass Reisen damals nicht so bequem war wie heute.“

Eines seiner liebsten Reiseziele war ohne Zweifel Paris. Und auch hierzu weiß Tina Roßbroich eine nette Anekdote zu erzählen. „Er hat in Paris in Bars gesessen, Menschen beobachtet, Künstler getroffen und oft nächtelang durchgezeichnet. Das wissen wir deshalb, weil er auf seinen Bildern die Uhrzeiten vermerkt hat.“

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