Kreis Düren - Ex-Minister Clement zu Gast auf dem Schloss

Ex-Minister Clement zu Gast auf dem Schloss

Von: inla
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Festredner Wolfgang Clement (2. v. l.) im Gespräch mit dem VIV-Vorsitzenden Stephan Kufferath, Vorstandsmitglied Hans-Helmuth Schmidt und Geschäftsführer Hans-Harald Sowka (v.r.) Foto: inla

Kreis Düren. Die Jahreshauptversammlung der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung „markiert eigentlich immer den Sommeranfang“, sagt VIV-Vorsitzender Dr. Stephan Kufferath am Montag auf Schloss Burgau.

Und fügt augenzwinkernd hinzu: „Danke, dass Sie trotzdem gekommen sind.“ Die rund 130 Gäste hätten ja auch etwas anderes machen können. Machten sie nicht. Die Jahreshauptversammlung ist jedes Jahr ein Stelldichein bekannter Unternehmenslenker und Vertreter aus Politik und Verwaltung. Und jedes Jahr verpflichten die VIV einen prominenten Festredner: Am Montag kam Wolfgang Clement, ehemals Ministerpräsident von NRW, Wirtschaftsminister in Berlin und Ex-SPD-Mitglied. Der 73-Jährige sprach zum Thema „Was jetzt zu tun ist: zur wirtschaftspolitischen Lage in Deutschland und Europa.“

Doch bevor der derzeitige Vorsitzende des Kuratoriums der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft über die EU, das Freihandelsabkommen oder die Lage in der Ukraine sprach, bot der VIV-Vorsitzende Kufferath seine Sicht auf die regionale Wirtschaft – und darüber hinaus. Kufferath, international tätiger Unternehmer, vertritt 134 Mitgliedsunternehmen der VIV. „Deutschland und die deutsche Wirtschaft sind gut unterwegs“, sagte er, das gelte auch für die Unternehmen in der Region. Die den VIV angeschlossenen Firmen und Betriebe hätten 2013 einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspreche einem Plus von 1,5 Prozent. Die Stimmung sei positiv. Kritisch sieht Kufferath verschiedene sozialpolitische Themen, etwa das Rentenpaket der Bundesregierung. Es sei „teuer, rückwärtsgewandt und ungerecht“. Das sei die „falsche Prioritätensetzung“. Massive Investitionen in Bildung, Forschung und die inzwischen teilweise marode Infrastruktur beschrieben den wirklichen Bedarf.

Als zentrale Herausforderungen für die nächsten Jahre nannte der promovierte Wirtschaftswissenschaftler unter anderem die Energiewende oder das Thema „Industrie 4.0“. Dies sei „schlichtweg die nächste Stufe der industriellen Revolution. „Maschinen werden direkt miteinander kommunizieren und sich wechselseitig steuern“, sagte Kufferath, der zudem mangelnde Innovationsbereitschaft im Land beklagte.

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