Ex-Bürgermeister Josef Vosen wird zum Ehrenbürger ernannt

Von: oha
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Josef Vosen im seinem Stuhl au
Josef Vosen im seinem Stuhl aus dem alten Bonner Bundestag, den er sich nach dem Umzug des Parlamentes nach Berlin für 100 Mark kaufte. In der Hand hält er ein Foto von Schloss Burgau, das Sanierungsprojekt ist ihm immer noch eine Foto: Ottmar Hansen

Düren. Das Haus der Stadt, der Erhalt der Pleußmühle, die Restaurierung von Schloss Burgau - wichtige Bauprojekte sind mit dem Namen des früheren Bürgermeisters von Düren, Josef Vosen, verbunden. Doch auch darüber hinaus hat Vosen die Geschichte der Stadt geprägt.

Deshalb soll der 68-Jährige jetzt zum Ehrenbüger der Stadt ernannt werden. Eine Auszeichnung, die bislang nur sieben Personen zuteil wurde.

Vosen in einer Reihe mit Otto von Bismarck, Paul von Hindenburg oder Josef Schregel. Die Stadt Düren ging bislang sehr sparsam mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde um (Hitler und Göring wurde sie nach dem Krieg wieder aberkannt). „Das ist eine Ehre, über die ich mich sehr freue”, betont Josef Vosen.

Von 1984 bis 1998 war der Sozialdemokrat ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt. Von 1998 bis 1999 hauptamtlicher Bürgermeister. Von 1979 bis 1989 vertrat Vosen seine Partei zudem im Deutschen Bundestag. Vosen wurde das Verdienstkreuz 1. Klasse verliehen und die Bürgermedaille der Stadt.

Nach Ausscheiden aus der Verantwortung im Dürener Rathaus erwarb Josef Vosen ein Haus in Griechenland. Die halbe Zeit des Jahres verbringt er dort, die andere Hälfte in Düren. „Ich bin immer noch überzeugter Dürener. Das Wohlergehen der Stadt liegt mir noch sehr am Herzen”, versichert Vosen. Auch wenn er die Tagespolitik in der Rurstadt jetzt mit einem gewissen Abstand verfolgt: „Ich bin inzwischen mehr Beobachter, halte mich aus den Diskussionen heraus.”

Vermutlich war auch das der Grund, warum der Stadtrat einstimmig beschlossen hat, den Sozialdemokraten zum Ehrenbürger zu ernennen. Der Tag, an dem die Zeremonie vollzogen wird, steht derzeit noch nicht genau fest. In den kommenden Tagen werde er sich mit seinem Nachfolger Paul Larue zusammen setzen, um den Termin festzulegen, so Vosen.

Wenn der Vater zweier Kinder und Großvater zweier Enkelkinder an seine Amtszeit im Rathaus zurück denkt, so erinnert er sich auch daran, dass manches Projekt gegen Widerstände durchgesetzt werden musste. Nicht nur der Bau des Hauses der Stadt. Vosen heute: „Der Bau war aber dringend erforderlich. Das Theater trat damals in der Aula des Stiftischen Gymnasiums auf, das war doch nicht mehr zeitgemäß!”

Vosen erinnert an den Erhalt der Pleußmühle während seiner Amtszeit, die Einrichtung der Endart („für die jungen Leute musste etwas her”) oder die Ansiedlung der Zentrale des Wasserverbandes Eifel Rur in Düren: „Damit haben wir 800 Jobs nach Düren geholt”.

Doch gefragt nach seinen größten Erfolgen während seiner Amtszeit als Bürgermeister fallen Josef Vosen andere Dinge ein: „Das Wichtigste war, dass es uns gelungen ist, Konflikte zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen hier in Düren zu verhindern.” Eine immense Aufgabe sei es gewesen, 6000 Menschen aus Osteuropa „ohne Unterbringung in Baracken und Container” in die Bevölkerung der Stadt zu integrieren.

„Wir haben damals acht Millionen Mark (rund vier Millionen Euro) für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt, für Plätze in Schulen und Kindergärten gesorgt.” Vosen erinnert sich an die Einladung ehemaliger jüdischer Mitbürger aus aller Welt nach Düren, auch an das gemeinsame Treffen mit Bürgermeisterkollegen aus Gavdos (Griechenland), Hammerfest (Norwegen), Castlebar (Irland) und Jekatarinburg (Russland) in Düren.

Josef Vosen gibt zu, dass es auch Misserfolge während seiner Amtszeit als Bürgermeister gab: „Die Straßenbahnlinie quer durch Düren ist leider nicht verwirklicht worden.” 100 Millionen Euro habe man damals für das Projekt veranschlagt. „Das wäre eine zukunftsträchtige Geschichte für Düren gewesen.” Auch die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn durch Düren, mit entsprechendem Lärmschutz, sei nicht realisiert worden.

Ein wichtiges Projekt

Ein Projekt beschäftigt Vosen heute noch besonders: die Sanierung von Schloss Burgau. „Die gute Stube der Stadt ist erst dann komplett, wenn das Schloss vollständig restauriert ist und über eine vernünftige Gastronomie verfügt. Da ist allerdings noch einiges zu tun.” Im Frühjahr will der Pensionär mit Freunden und Förderern des Vorhabens „Klinken putzen”, um weitere Mittel für die Sanierung zusammen zu bekommen. Und Vosen ist sicher, dass die Initiative erfolgreich sein wird: „Da bin ich Optimist, wie immer.”
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